Monday, March 31, 2008

Am Mekong entlang

Von Siem Reap fuhr ich mit dem Boot über Südostasiens größten Süßwassersee, den Tonle Sap, um nach Battambang zu kommen. Es war eine sehr schöne Art zu reisen und auch interessanter, als ich erwartet hatte. Die erste Überraschung kam gleich am Morgen, als ich vom Minibus-Shuttle abgeholt wurde, denn wir spielten das "lustige" Spiel: "Wie viele Leute passen in dieses Gefährt?" (Antwort: 17 in einen Minibus für 9 Mitfahrer). Wir brauchten eine Weile bis wir am See waren, denn es war gerade Trockenzeit und zu dieser ist der See wesentlich kleiner und der Hafen weiter von Siem Reap entfernt als während der Regenzeit. Endliche angekommen stiegen wir auf ein recht komfortables Boot um und fuhren zuerst über den See und dann später den Battambang Fluss entlang. Auf dem Weg kamen wir an mehreren schwimmenden Dörfern vorbei, sie waren komplett mit Häusern (manchmal sogar mit Garten), schwimmenden Märkten, 2 schwimmenden Schulen und sogar einer schwimmenden Kirche. Überall winkten und grüßten die Kinder, so konnte es überhaupt nicht langweilig werden. Nach 3h wurde der Fluss allerdings immer schmaler und flacher und letztendlich mussten wir auf einen Pick-up Truck umsteigen, der uns den Rest des Weges 2h nach Battambang fuhr. Als wir auf den Pick-up aufstiegen, spielten wir wieder das nun bekannte Spiel (Antwort: 15 und zwei Fahrräder passen auf die Ladefläche) und dann ging es über eine furchtbare Holperpiste Richtung Battambang. Zum Anfang war es noch lustig, doch schon nach kurzer Zeit wurde es richtig anstrengend, weil ich mich krampfhaft festhielt um die Balance zu halten und nicht herunterzufallen. Zum Glück kamen wir in einem Stück in Battambang an. Es ist zwar Kambodschas zweitgrößter Stadt machte aber einen recht provinziellen Eindruck. Wir unternahmen einen netten Abendspaziergang und fuhren am nächsten Tag mit dem Bus in die Hauptstadt weiter.
Phnom Phen ist nicht wirklich eine schöne Stadt, dafür ist es zu dreckig. Jedoch herrscht der Charme vergangener Zeiten. Es gibt viele Häuser, die in den 40iger - 50iger Jahren im Art Deco-Stil gebaut wurden, außerdem einigen alte französische Villen, eine Flusspromenade und den Königspalast. Abendliche Spaziergänge in der Umgebung des Hotels machten Spaß, überall spielten die Kinder auf der Straße Federball oder liefen einfach so herum und viele kleine Straßencafes waren am Abend offen. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Phom Phen ist eher traurig, das S-21 Museum dokumentiert die Greultaten der Khmer Rouge Mitte der 70iger Jahre. Es war ein sehr bewegender aber auch schrecklicher Besuch, vergleichbar mit einem Besuch in einem der Konzentrationslager in Deutschland. Das Museum war früher eine Schule und später ein Foltergefängnis für politische Gefangene. Wenn man durch das Gebäude läuft, sieht man tausende Fotos mit den Gesichtern der Gefangenen, aufgenommen an ihrem ersten Tag im Gefängnis - alle 18.000 dieser Gefangenen, außer 7, wurden später getötet. Es scheint, als gäbe es keine richtige Regel, wer eingesperrt wurde: es waren Intellektuelle aber auch Bauern, ehemalige Regierungssoldaten doch auch Khmer Rouge Soldaten, viele Kinder und alte Menschen. Ich hätte im Anschluss an den Museumsbesuch auch noch zu den Killing Fields außerhalb Phnom Phens fahren können, wo die Gefangenen hingerichtet wurden, aber mir reichte es. Der nächste Tag war dann auch etwas fröhlicher, ich besuchte den Königspalast mit angeschlossener Silberpagode und ein paar der lebhaften Märkte.
Nach einigen Tagen in Phnom Phen war es Zeit, nach Vietnam weiter zu fahren und meine Freundin Eileen in Saigon zu treffen. Saigon ist eine sehr dynamische Stadt, mit dem verrücktesten Verkehr, den ich jemals gesehen habe. Überall Mopeds! Wir fanden es so beeindruckend, dass wir etwa ½ h damit verbrachten, von einer Verkehrsinsel aus zuzuschauen und Fotos zu machen. Saigon hat keine wichtigen Sehenswürdigkeiten, ist aber eine interessante und chaotische Stadt und es machte uns Spaß, durch die Straßen zu schlendern, den typischen Eiskaffee zu trinken und in den Läden zu stöbern. Übrigens wurde ich hier wieder Millionär... der Umtauschkurs ist sogar noch höher als in Laos. Aber dummerweise ist es hier noch einfacher, das Geld auszugeben, denn es gibt wirklich viele schöne Sachen.
Von Saigon aus organisierten wir eine Tour durchs Mekongdelta, wir buchten sie über ein kleines Reisebüro. Unsere 4-köpfige Gruppe fuhr, zusammen mit unserer sehr netten Reiseleiterin, für 2 Tage ins Delta. Höhepunkte waren eine Fahrradtour entlang von Kanälen, durch Reisfelder und unter Kokospalmen entlang, auch kosteten wir die berühmten Kokosnußbonbons der Region, besichtigten einige typische Fabriken (eine Reismühle und eine Ziegelei) und wurden von buddhistischen Mönchen (und später Nonnen) zum Tee eingeladen. Das Beste war aber die Übernachtung im Haus einer vietnamesischen Familie, wo wir am nächsten Tag auch das Mittagessen mit vorbereiteten. Es gab Frühlingsrollen, die gar nicht so einfach zuzubereiten waren und missbilligende Blicke der Frau des Hauses ernteten. Was uns auch sehr gefiel, war unser morgendlicher Ausflug auf den schwimmenden Markt. Der ist eher für Großhändler, die den Bauern ihr frisches Gemüse und Obst abkaufen. Später gingen wir noch auf den normalen Markt im Ort, wo es viele interessante Dinge gab, wie zum Beispiel fette Kröten und Wasserschlangen in der Lebensmittelecke. Es war ein toller Ausflug und dank unserer guten Reiseleiterin bekamen wir einen guten Einblick in das vietnamesische Leben.

From Siem Reap I took a boat to cross Southeast-Asia's largest lake, the Tonle Sap to get to Battambang. It was a very nice journey and more interesting than I had thought. The first surprise happened in the morning, when the mini-bus shuttle to the port came to pick me up, as we were playing the fun Asian game of "how many people can we fit into this vehicle?" (answer: 17 into a mini-van made for 9 passengers). To get to the lake took a while, as it is dry season it is a lot smaller and the port much further from Siem Reap than during the rainy season. We got onto a fairly comfortable small boat and took off across the lake and later the Battambang river, passing a number of large floating villages. There was a whole infrastructure on the water,we passed floating houses (some with garden), floating markets, 2 floating schools and even one floating church. Everywhere the kids were shouting hellos and waving, so there was no chance to get bored. 3 hours into the trip the river became smaller and smaller, and also much more shallow and at some point we had to stop and get onto a pick-up truck which shuttled us the rest of the way (2hours) to Battambang. Getting onto the pick-up we played the famous game again (answer: 15 on the back of the truck) and took the worst dirt-track you can imagine. The first few minutes it was fun but then it got just exhausting, especially as I was really holding on to the truck to keep my balance with all those holes on the road. Luckily we made it safely to Battambang, Cambodia's 2nd largest city but really a backwater compared to Phnom Phen. We had a pleasant evening stroll along the streets and then took the bus to the capital the next day. Phnom Phen is not exactly a nice city (too dirty for that) but it has a certain charm. There are many houses built during the 40s -50s in Art Deco style and also a few French building, a riverside promenade and the king's palace. What I really enjoyed was walking through the neighbourhood near our hotel, in the evening all the kids are out playing badminton or just running around and lots of little street side cafes set up. One of the most famous places to visit in Phom Phen is the s-21 museum, which documents the torture regime of the Khmer Rouge during their reign in the mid-70's. It was a very moving but really awful place to visit, something similar to a visit to a concentration camp in Germany. The museum used to be a school and later a prison for political prisoners. When you walk along the buildings you see the individual photos of thousands of prisoners taken by the Khmer Rouge and tortured at the prison - all of the 18,000 prisoners but 7 were killed. It seems like there was no rule to who was imprisoned as it was all sorts of people from intellectuals to farmers, former government soldiers to Khmer Rouge soldiers, lots of children and also really old people. I could have visited the Killing Fields outside of Phnom Phen, where most of the prisoners were executed (oftentimes by hand as ammunition was too precious) but I had seen enough for a day. The next day was happier with a visit to the kings palace and the Silver Pagoda and the buzzing market. After 3 days in Phnom Phen it was time to get to Vietnam and to meet up with my friend Eileen in Saigon. Saigon is a energetic city with some of the craziest traffic I have ever seen. Motorbikes everywhere! We actually spent half an hour ''sightseeing'' and taking pictures from a small traffic island on one of the busier roads. Saigon has few major sights but it's an interesting city and we enjoyed walking around, drinking the local ice-coffee and shopping in the many stores! By the way, I'm a millionaire again... the exchange rate is even higher then in Laos. But, unfortunately, it is also easier to part with the money here than in Laos as there are just too many nice things to buy. From Saigon we organised a Mekong Delta tour, we booked it trough a small travel agency and our group of four people and our excellent Vietnamese travel guide took off for two days. Highlights were our bike ride around canals, rice paddies and coconut trees, tasting local coconut candy and other Vietnamese foods, visiting some local factories (like a rice mill and a brick factory) and being invited by Buddhist monks (and later nuns) for tea. The best part though was a homestay with a local family where we also helped to cook lunch on the next day, we made spring rolls (it's not as easy as it looks). Also I loved our morning boat ride to the floating wholesale market where all sort of fresh produce are traded and our later visit to the towns local market where loads of interesting things were on sale, including big fat frogs and water snakes in the food section. It was a great trip and going with a local guide and staying with a family really gave us much more an insight into Vietnam.

2 comments:

Unknown said...
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Unknown said...

It seems to be a very interesting journey so far. Looking forward to catch up with you in HK.