Monday, March 31, 2008

Am Mekong entlang

Von Siem Reap fuhr ich mit dem Boot über Südostasiens größten Süßwassersee, den Tonle Sap, um nach Battambang zu kommen. Es war eine sehr schöne Art zu reisen und auch interessanter, als ich erwartet hatte. Die erste Überraschung kam gleich am Morgen, als ich vom Minibus-Shuttle abgeholt wurde, denn wir spielten das "lustige" Spiel: "Wie viele Leute passen in dieses Gefährt?" (Antwort: 17 in einen Minibus für 9 Mitfahrer). Wir brauchten eine Weile bis wir am See waren, denn es war gerade Trockenzeit und zu dieser ist der See wesentlich kleiner und der Hafen weiter von Siem Reap entfernt als während der Regenzeit. Endliche angekommen stiegen wir auf ein recht komfortables Boot um und fuhren zuerst über den See und dann später den Battambang Fluss entlang. Auf dem Weg kamen wir an mehreren schwimmenden Dörfern vorbei, sie waren komplett mit Häusern (manchmal sogar mit Garten), schwimmenden Märkten, 2 schwimmenden Schulen und sogar einer schwimmenden Kirche. Überall winkten und grüßten die Kinder, so konnte es überhaupt nicht langweilig werden. Nach 3h wurde der Fluss allerdings immer schmaler und flacher und letztendlich mussten wir auf einen Pick-up Truck umsteigen, der uns den Rest des Weges 2h nach Battambang fuhr. Als wir auf den Pick-up aufstiegen, spielten wir wieder das nun bekannte Spiel (Antwort: 15 und zwei Fahrräder passen auf die Ladefläche) und dann ging es über eine furchtbare Holperpiste Richtung Battambang. Zum Anfang war es noch lustig, doch schon nach kurzer Zeit wurde es richtig anstrengend, weil ich mich krampfhaft festhielt um die Balance zu halten und nicht herunterzufallen. Zum Glück kamen wir in einem Stück in Battambang an. Es ist zwar Kambodschas zweitgrößter Stadt machte aber einen recht provinziellen Eindruck. Wir unternahmen einen netten Abendspaziergang und fuhren am nächsten Tag mit dem Bus in die Hauptstadt weiter.
Phnom Phen ist nicht wirklich eine schöne Stadt, dafür ist es zu dreckig. Jedoch herrscht der Charme vergangener Zeiten. Es gibt viele Häuser, die in den 40iger - 50iger Jahren im Art Deco-Stil gebaut wurden, außerdem einigen alte französische Villen, eine Flusspromenade und den Königspalast. Abendliche Spaziergänge in der Umgebung des Hotels machten Spaß, überall spielten die Kinder auf der Straße Federball oder liefen einfach so herum und viele kleine Straßencafes waren am Abend offen. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Phom Phen ist eher traurig, das S-21 Museum dokumentiert die Greultaten der Khmer Rouge Mitte der 70iger Jahre. Es war ein sehr bewegender aber auch schrecklicher Besuch, vergleichbar mit einem Besuch in einem der Konzentrationslager in Deutschland. Das Museum war früher eine Schule und später ein Foltergefängnis für politische Gefangene. Wenn man durch das Gebäude läuft, sieht man tausende Fotos mit den Gesichtern der Gefangenen, aufgenommen an ihrem ersten Tag im Gefängnis - alle 18.000 dieser Gefangenen, außer 7, wurden später getötet. Es scheint, als gäbe es keine richtige Regel, wer eingesperrt wurde: es waren Intellektuelle aber auch Bauern, ehemalige Regierungssoldaten doch auch Khmer Rouge Soldaten, viele Kinder und alte Menschen. Ich hätte im Anschluss an den Museumsbesuch auch noch zu den Killing Fields außerhalb Phnom Phens fahren können, wo die Gefangenen hingerichtet wurden, aber mir reichte es. Der nächste Tag war dann auch etwas fröhlicher, ich besuchte den Königspalast mit angeschlossener Silberpagode und ein paar der lebhaften Märkte.
Nach einigen Tagen in Phnom Phen war es Zeit, nach Vietnam weiter zu fahren und meine Freundin Eileen in Saigon zu treffen. Saigon ist eine sehr dynamische Stadt, mit dem verrücktesten Verkehr, den ich jemals gesehen habe. Überall Mopeds! Wir fanden es so beeindruckend, dass wir etwa ½ h damit verbrachten, von einer Verkehrsinsel aus zuzuschauen und Fotos zu machen. Saigon hat keine wichtigen Sehenswürdigkeiten, ist aber eine interessante und chaotische Stadt und es machte uns Spaß, durch die Straßen zu schlendern, den typischen Eiskaffee zu trinken und in den Läden zu stöbern. Übrigens wurde ich hier wieder Millionär... der Umtauschkurs ist sogar noch höher als in Laos. Aber dummerweise ist es hier noch einfacher, das Geld auszugeben, denn es gibt wirklich viele schöne Sachen.
Von Saigon aus organisierten wir eine Tour durchs Mekongdelta, wir buchten sie über ein kleines Reisebüro. Unsere 4-köpfige Gruppe fuhr, zusammen mit unserer sehr netten Reiseleiterin, für 2 Tage ins Delta. Höhepunkte waren eine Fahrradtour entlang von Kanälen, durch Reisfelder und unter Kokospalmen entlang, auch kosteten wir die berühmten Kokosnußbonbons der Region, besichtigten einige typische Fabriken (eine Reismühle und eine Ziegelei) und wurden von buddhistischen Mönchen (und später Nonnen) zum Tee eingeladen. Das Beste war aber die Übernachtung im Haus einer vietnamesischen Familie, wo wir am nächsten Tag auch das Mittagessen mit vorbereiteten. Es gab Frühlingsrollen, die gar nicht so einfach zuzubereiten waren und missbilligende Blicke der Frau des Hauses ernteten. Was uns auch sehr gefiel, war unser morgendlicher Ausflug auf den schwimmenden Markt. Der ist eher für Großhändler, die den Bauern ihr frisches Gemüse und Obst abkaufen. Später gingen wir noch auf den normalen Markt im Ort, wo es viele interessante Dinge gab, wie zum Beispiel fette Kröten und Wasserschlangen in der Lebensmittelecke. Es war ein toller Ausflug und dank unserer guten Reiseleiterin bekamen wir einen guten Einblick in das vietnamesische Leben.

From Siem Reap I took a boat to cross Southeast-Asia's largest lake, the Tonle Sap to get to Battambang. It was a very nice journey and more interesting than I had thought. The first surprise happened in the morning, when the mini-bus shuttle to the port came to pick me up, as we were playing the fun Asian game of "how many people can we fit into this vehicle?" (answer: 17 into a mini-van made for 9 passengers). To get to the lake took a while, as it is dry season it is a lot smaller and the port much further from Siem Reap than during the rainy season. We got onto a fairly comfortable small boat and took off across the lake and later the Battambang river, passing a number of large floating villages. There was a whole infrastructure on the water,we passed floating houses (some with garden), floating markets, 2 floating schools and even one floating church. Everywhere the kids were shouting hellos and waving, so there was no chance to get bored. 3 hours into the trip the river became smaller and smaller, and also much more shallow and at some point we had to stop and get onto a pick-up truck which shuttled us the rest of the way (2hours) to Battambang. Getting onto the pick-up we played the famous game again (answer: 15 on the back of the truck) and took the worst dirt-track you can imagine. The first few minutes it was fun but then it got just exhausting, especially as I was really holding on to the truck to keep my balance with all those holes on the road. Luckily we made it safely to Battambang, Cambodia's 2nd largest city but really a backwater compared to Phnom Phen. We had a pleasant evening stroll along the streets and then took the bus to the capital the next day. Phnom Phen is not exactly a nice city (too dirty for that) but it has a certain charm. There are many houses built during the 40s -50s in Art Deco style and also a few French building, a riverside promenade and the king's palace. What I really enjoyed was walking through the neighbourhood near our hotel, in the evening all the kids are out playing badminton or just running around and lots of little street side cafes set up. One of the most famous places to visit in Phom Phen is the s-21 museum, which documents the torture regime of the Khmer Rouge during their reign in the mid-70's. It was a very moving but really awful place to visit, something similar to a visit to a concentration camp in Germany. The museum used to be a school and later a prison for political prisoners. When you walk along the buildings you see the individual photos of thousands of prisoners taken by the Khmer Rouge and tortured at the prison - all of the 18,000 prisoners but 7 were killed. It seems like there was no rule to who was imprisoned as it was all sorts of people from intellectuals to farmers, former government soldiers to Khmer Rouge soldiers, lots of children and also really old people. I could have visited the Killing Fields outside of Phnom Phen, where most of the prisoners were executed (oftentimes by hand as ammunition was too precious) but I had seen enough for a day. The next day was happier with a visit to the kings palace and the Silver Pagoda and the buzzing market. After 3 days in Phnom Phen it was time to get to Vietnam and to meet up with my friend Eileen in Saigon. Saigon is a energetic city with some of the craziest traffic I have ever seen. Motorbikes everywhere! We actually spent half an hour ''sightseeing'' and taking pictures from a small traffic island on one of the busier roads. Saigon has few major sights but it's an interesting city and we enjoyed walking around, drinking the local ice-coffee and shopping in the many stores! By the way, I'm a millionaire again... the exchange rate is even higher then in Laos. But, unfortunately, it is also easier to part with the money here than in Laos as there are just too many nice things to buy. From Saigon we organised a Mekong Delta tour, we booked it trough a small travel agency and our group of four people and our excellent Vietnamese travel guide took off for two days. Highlights were our bike ride around canals, rice paddies and coconut trees, tasting local coconut candy and other Vietnamese foods, visiting some local factories (like a rice mill and a brick factory) and being invited by Buddhist monks (and later nuns) for tea. The best part though was a homestay with a local family where we also helped to cook lunch on the next day, we made spring rolls (it's not as easy as it looks). Also I loved our morning boat ride to the floating wholesale market where all sort of fresh produce are traded and our later visit to the towns local market where loads of interesting things were on sale, including big fat frogs and water snakes in the food section. It was a great trip and going with a local guide and staying with a family really gave us much more an insight into Vietnam.

Wednesday, March 19, 2008

Wieder einmal Tempel

Von Bangkok aus fuhr ich auf die hübsche kleine Insel Koh Mak, in der Nähe der kambodschanischen Grenze. Die Insel ist ziemlich klein, man kann problemlos von einer Seite auf die andere laufen und es geht sehr relaxt zu. Es gibt nur einige wenige Bars und kleine Bungalowresorts. Meins war toll, ich hatte eine hübsche kleine Hütte direkt am Strand mit super Ausblick. Es war so nett, dass ich 2 Tage länger als geplant blieb, aber dann raffte ich mich doch auf, um nach Kambodscha weiter zu reisen.
Ich fuhr mit einem Touristenbus - zuerst mit einem klimatisierten Minibus zur Grenze, wo wir einen langen Stopp einlegten, bevor wir dann die Grenze überquerten. In der Grenzstadt standen mehrere riesige Kasinos, ansonsten war es aber ziemlich staubig und hässlich. Wir wurden dann in einen alten Bus gepfercht und weiter ging es über eine äußerst holprige und staubige Straße nach Siem Reap. Natürlich nicht, ohne einen weiteren langen Stopp einzulegen, denn die Busfirma will sicher gehen, dass die Touristen bei der Ankunft so müde und fertig wie möglich sind, damit sie auch in dem Hotel bleiben, wo der Bus anhält (praktischerweise über 1km von allen anderen Backpackerhotels gelegen, damit niemand auf die Idee kommt, noch herumzulaufen und was anderes zu suchen). Als wir endlich gegen 22.30 Uhr ankamen, war ich dann auch müde genug, um in dem Hotel zu bleiben (war sauber und billig, warum also nicht). Am nächsten Morgen machte ich mich auf die Suche nach einem mir empfohlenen Hotel - wurde aber erst mal ausgefragt, wo ich den hingehe und als ich dann aus-checkte, wurde ich dann auch nicht auf die freundlichste Art verabschiedet. Es war aber eine gute Entscheidung, denn das neue Hotel gefiel mir super. Der freundliche Schweizer Besitzer gab mir viele Tipps zur Besichtigung von Angkor (dem Grund, nach Siem Reap zu kommen), denn es gibt soviel zu sehen, das eine Besichtigung der verschiedenen Anlagen an einem Tag gar nicht zu schaffen ist.
Der berühmteste Tempel ist Angkor Wat, aber es gibt noch zahlreiche andere Ruinen, die über ein großes Areal verteilt liegen. Ich verbrachte 3 Tage mit der Besichtigung der Tempel. Da ein Fahrrad im Zimmerpreis inklusiv war, erkundete ich zwei Tage lang mittels Fahrrad (zwar anstrengend bei der Hitze, aber gut, da man wirklich individuell herum kommt) und einen Tag mit einer Motorradrikscha, um auch zu den weiter entfernten Ruinen zu kommen. Angkor hat eine schöne Mischung an Tempeln, manche sind restauriert und andere eher noch so, wie sie von den Franzosen aufgefunden wurden, von Bäumen überwuchert mitten im Dschungel. Diese sind sehr stimmungsvoll, aber auch die restaurierten haben mich beeindruckt, vor allem durch ihre Größe und die vielen detailierten und interessante Steinmetzarbeiten.
Das Königreich von Angkor hat vom 9. - 15. Jh. bestanden, es entstanden und verfielen mehrere Städte (Angkor Wat, Angkor Thom etc.) bis es nach Überfällen durch die Thailänder schließlich verfiel. Die Tempel erinnern mich sehr an Indien, da sie größtenteils Hindutempel sind und direkt von der indischen Architektur beeinflusst wurden, obwohl sie viele Eigenheiten haben. Auch die ständige Belagerung durch Verkäufer von Tüchern, Getränken, Postkarten, Büchern... hat mich an Indien erinnert. Es sind vor allem Kinder, die hier verkaufen, ihre Familien glauben scheinbar, dass sie die besseren Verkäufer sind - sie sind auf jeden Fall sehr ausdauernd. Kambodscha ist viel ärmer als Thailand, und obwohl in Siem Reap ein Touristenboom herrscht, fließt nur wenig Geld an die Kambodschaner. Fast alle Hotels gehören ausländischen Gruppen. Sogar Angkor wird angeblich von einer internationalen Hotelkette gemanagt, die mit den Einkünften machen kann, was sie will. Nur wenig fließt an die Einheimischen oder in die lokale Infrastruktur. Siem Reap an sich ist hat aber ein paar nette Ecken, es gibt ein niedliches kleines altes französisches Viertel, sehr touristisch aber hübsch, voller Restaurants und Läden. Man findet allerdings auch viele kleine Essensstände, die verkaufen dann Nudelsuppe und gebratenen Reis, aber auch kambodschanische Köstlichkeiten wie ganze Schweinezunge und gebratene 10 cm lange Käfer (nein, ich habe sie nicht probiert).






After leaving Bangkok I spent a few days at the lovely little island of Koh Mak, near the Cambodian border. It's pretty small, I could easily walk to the other side of the island and it's very relaxed. There are only a few bars and lots of nice little bungalow resorts. Mine was great, I got a cute little cheap hut right on the beach with a beautiful view. It was so nice in fact that I stayed two extra days, but then I made myself leave to go to Cambodia. I took the tourist bus - first by a comfortable air-con mini-bus to the border where we took a long break before actually crossing. On the other side were loads of Casinos and a dusty border town, we were herded onto an old bus and went along an incredible long and dusty road all the way to Siem Reap. Of course we took another long break - the company wants to ensure the tourists arrive as late and tired as possible in town so we stay at the hotel where the bus stops (conviniently located about 1km from all the backpacker hotels). Well, I was tired enough to stay the night when we finally got there at 10.30 (it was clean and cheap so why not). Next morning I searched for another guesthouse that I had been recommended, but could not leave the hotel without being questioned where I was going etc. More questioning followed when I checked out... but it was worth it as the new place was great with a friendly Swiss owner who gave me lots of valuable tips for visiting the ruins of Angkor (the reason to come to Siem Reap). It's sometimes quite imporatant to get the right timing as otherwise one might be stuck with loads of big groups whereas at other times you can have the ruines almost to yourself. There is lots to see, the most famous temple is Angkor Wat but there are so many more to visit, scattered over quite a large area. I spent 3 days visiting the ruines, as a bicycle was included with the room price two days I went by bike (quite exhausting with the heat but great to get around individually) and one day by moto - rikshaw to the temples further away. It's a nice mix of temples, some have been restored quite a bit and others left more or less as they were found by the French - covered with huge trees in the midst of the jungle. They are very athmospheric, but some of the restored ones are really impressive as well due to their size and also the many details - a lot of them have very beautiful carvings. Angkor exisited between the 9th and 15th century, giving rise and decline to several cities (like Angkor Wat, Angkor Thom etc) but after being sacked by the Thais it was abandonded and taken by the jungle. The temples remind me a lot of India - they are mainly Hindu temples and the architecture was directly influenced by India, even though some features are very unique. Also the constant hassle to buy scarfs, drinks, postcard, books... felt a lot like India. It's mainly small kids that sell here, it seems there families regard them as the better sales people - they certainly are very insisting. Cambodia is a lot more poor than Thailand, even though there seems to be a hotel boom in Siem Reap I've been told they are almost all foreign owned, little goes towards the local economy or infrastructure. Angkor is even managed by a foreign hotel group who can do with the profits as they please! But Siem Reap is quite nice in parts, it has a cute little old French quarter with lots of restaurants and shops, very touristy but pleasant. There are also numerous local food stalls, some selling noodle soup or fried rice but also more interesting local things like whole pigs tongue or fried 10cm long bugs (no, I didn't try them). So far Cambodia is pretty interesting, I have another week time to explore.

Saturday, March 8, 2008

Nordthailand – etwas anders als in den Reiseführern beschrieben

2 Wochen verbrachte ich im Norden Thailands, einer bergigen Region, die auch bei Touristen sehr beliebt ist. Nach einem Tag in Chiang Rai, wo ich das Museum der Bergstämme besuchte (es gab eine interessante Ausstellung über die Minderheitsgruppen der Region, u.a. auch über die Akha, die ich in Laos besucht hatte), fuhr ich weiter nach Pai. Pai ist ein sehr touristischer Ort und recht hippiehaft: Rastalocken, Tofu im Curry und Yogakurse. Es war ein bisschen wie ein Strandort in die Berge verlegt, mit vielen Bambushütten vor denen die Touristen 'rumsaßen und ihre Bücher lasen. Theoretisch gibt es auch andere Sachen zu tun, wie zum Beispiel Waldspaziergänge, aber dazu hatte ich dort keine Lust. Da es Trockensaison war, hatten alle Bäume ihre Blätter verloren und die ganze Gegend sah braun und ausgetrocknet aus. Das war leider der Fall in ganz Northailand und ich war etwas enttäuscht, weil ich die vielen Bilder in Reiseführern und auf Postkarten gesehen hatte, wo die ganze Landschaft so richtig grün war. Die Tatsache, dass zu dieser Jahreszeit die Bauern ihre Felder abbrennen, half auch nicht, denn so waren die Bergblicke vom Rauch ziemlich vernebelt.
Von Pai aus ging es mit dem Bus weiter nach Mae Hong Son, wegen der steilen Berge die Thailändische Schweiz genannt. Hier war es dann doch recht hübsch, obwohl auch sehr braun. Die Fahrt dorthin war nicht so toll für mich, die Straßen waren zwar in gutem Zustand, doch die vielen Kurven setzten mir ganz schön zu, obwohl ich meine Reisetabletten brav genommen hatte. Ich war froh, als wir endlich ankamen. Mae Hong Son ist nahe der burmesischen Grenze und der Einfluss zeigt sich vor allen in einem anderen Baustils der Wats - das war ganz gut so, denn langsam wurden mir die Tempel im thailändischen/laotischen Stil langweilig. Ursprünglich hatte ich geplant, in der Nähe ein Dorf der Langhals-Karen, einer Stammesgruppe burmesischer Flüchtlinge, zu besuchen. Ich änderte aber schnell meine Meinung, als ich mehr darüber herausfand. Die Frauen dieser Gruppe des Karen-Stammes tragen mehrere Ringe am Hals, durch die dieser auf unnatürliche Weise verlängert wird (ein Zeichen von Schönheit) und sehr interessant aussieht. Touristen können das Dorf nach dem Bezahlen einer Eintrittsgebühr besuchen - welche an einen thailändischen Geschäftsmann geht, der das Dorf für die Karen gebaut hat. Es ist mehr oder weniger ein menschlicher Zoo. Alle Menschen, die im Dorf leben, bekommen etwas Geld für Nahrungsmittel, aber nur die Frauen, welche ihre Ringe tragen, bekommen auch einen Bonus. Im Gegenzug verkaufen sie Souvenirs und posieren für Fotos der Touristen. Da sie keine thailändischen Staatsbürger sind, können sie sich nicht frei bewegen (etwa einmal im Monat haben sie die Erlaubnis, das Dorf zu verlassen). Die einzige Möglichkeit, ein traditionelles Leben zu führen, wäre nach Burma zurück zu gehen, wo sie aber zeitweise von der Regierung verfolgt werden. Irgendwie fand ich das ganze ziemlich übel... Überhaupt scheinen die Thailänder ein richtiges Problem mit burmesischen Flüchtlingen zu haben. Immer, wenn ich im Norden mit dem Bus unterwegs war, wurde der mindestens einmal von der Polizei angehalten und alle mussten Ausweise oder Papiere vorzeigen. Nach kurzem Aufenthalt in einer weiteren kleinen Stadt nahe der Grenze kam ich dann endlich in Chiang Mai, der größten Stadt Nordthailands, an. Ich hatte mich schon gefreut, in meinem Reiseführer wurde viel von der Altstadt und ihren vielen Sehenswürdigkeiten geschrieben. So war ich dann auch ziemlich enttäuscht, als sich herausstellte, das die einzigen alten Gebäude in der Altstadt die Wats waren (mittlerweile hatte ich wirklich vorerst genug von Tempeln) und alles in allem war es einfach nur eine große Stadt.
Nach zwei Tagen fuhr ich weiter, um mir eine wirklich alte Stadt anzuschauen. Sukothai war einmal die Hauptstadt Thailands, verfiel aber nach Eroberung im 15. Jh. Die Überreste gehören zum Weltkulturerbe und sind Tempelruinen sowie eine große Anzahl von Buddhastatuen. Es war ein schöner, entspannender Tag. Zusammen mir einer Deutschen, die ich dort getroffen hatte, liehen wir uns Fahrräder aus und radelten durch die große, parkähnliche Anlage. Am nächsten Tag ging es mit dem Zug zurück nach Bangkok, wo ich mein Vietnamvisum beantragt hatte und nun darauf warte, meinen Reisepass wieder zu bekommen.




The last 2 weeks I spent in Northern Thailand, a mountainous region quite popular with tourists. After a day in Chiang Rai where I visited the Hill Tribe Museum (it has interesting exhibits about all the minority groups in the region, including the Akha I had visited in Laos) I moved on to Pai. Pai is a very touristy, pretty hippiesh little town - lots of Rasta hair, tofu in the curry and Yoga classes. It felt a bit like a beach town in the mountains, plenty of bamboo huts and everybody hanging out and reading their books. Theoretically there is a bit more to do like going for walks in the woods, butfor once I was not inclined. As it is dry season most trees don't have leaves and everything is brown and parched. This is actually the case in most of Northern Thailand, I was a bit disappointed because of all the nice pictures in travel guides and on postcards depicting a lush, green landscape. It also didn't help that the farmers are burning their fields and the mountain views are obscured by the smoke. From Pai I took the bus to Mae Hong Son, dubbed the Switzerland of Thailand because of it's steep mountains, and the landscape is very pretty even though very dry as well . The drive there was really uncomfortable, the roads were in good shape but with loads of curves - even though I had taken my travel pills I was pretty glad when we finally got there. Mae Hong Son is near the Burmese border and the influence shows especially in the very different style the wats are built - a nice change as I started to get "templed-out" by all the Thai/Laos style wats. Originally I had wanted to go to a nearby village where a specific tribal group, the long-neck Karen, live who are Burmese refugees. After finding out more about them I quickly changed my mind. The women of this group of the Karen tribe traditionally wear (as a sign of beauty) several rings on their neck which artificially stretch it much more than is normal and looks very interesting. Tourists can visit the village by paying an entrance fee - all of which goes to the Thai business man who set up the village. It's pretty much a human zoo. Everybody who lives there gets payed a food allowance but only the women who wear their rings also get a bonus, they sell souvenirs and pose for pictures in exchange. As they are not Thai citizens they cannot move around freely (maybe leaving the village only once a month) or get other work and the only choice they have for living a traditional live would be to go back to Burma where they are persecuted at times. I think it's pretty horrible... I think Thailand must have quite a problem with Burmese refugees, everywhere in the North are police checkpoints and on all the bus journeys I took we were stopped at least once and everybody had to show their identity card or papers. After breaking the long bus ride in another small town I finally arrived in Chiang Mai, Northern Thailands biggest city. I had been looking forward to my stay there as according to my travel guide there is an old city with lots of sights. I was pretty disappointed, there were no old houses apart from the wats (by now I really was templed-out) and all in all it was just a big city. I left after two days to see a really old city - so old it's just ruins now. Sukothai was once the capital of Thailand but lost power in the 15th century. The remains are a world heritage sight - mainly temple ruins and a good number of big Buddhas are left over. It was a relaxing day, me and a German girl I had met rented bikes to get around the big park-like area and enjoyed ourselves. Next day I took the train back to Bangkok, where I am waiting for my Vietnamese visa to be issued before going to the island of Ko Mak for a few more days of enjoying beach life.