Friday, November 23, 2007

Vielbeschäftigt in Kathmandu

Nach unserer Wanderung und etwas Erholung in Pokhara fuhren wir mit dem Bus nach Kathmandu, wo wir in einem Hotel im Touristenbezirk Thamel unterkamen. Dort fühlte ich mich ein bisschen wie im Schlaraffenland, es gab so viele Restaurants, dass es gar nicht so einfach war, sich für eins zu entscheiden (Italienisch? Thailändisch? Mexikanisch? oder ein gutes Steak?) und wir meist zu viel gegessen haben. Auch gab es zahlreiche Souvenirläden, aber die verkauften mehr oder weniger alle dasselbe, somit verlor ich nach ein paar Tagen das Interesse (gut für meinen Geldbeutel).
Aber Kathmandu hat noch viel mehr als Restaurants und Läden zu bieten, nur ein paar Straßen weiter lagen die faszinierende Altstadt. Obwohl sie in den 30er Jahren von einem Erdbeben stark beschädigt wurde, gibt es noch genug alte Häuser mit wunderbar geschnitzten Holzbalkone, enge Gassen und zahlreiche Tempel (sogar einen, wo die Leute bei Zahnschmerzen Opfergaben bringen). Die ganze Gegend ist sehr belebt, mit Menschen, die einkaufen und hupenden Motorrädern, die durch das Gedränge rasen. Viele Häuser wurden um Innenhöfe gebaut, wo Tempel oder buddhistische Stupas stehen - manche schon über 700 Jahre alt. Kathmandu war einmal ein wichtiger Punkt an der indisch-tibetischen Handelsstraße, viele Tibeter blieben die Winter über in Kathmandu bis die Pässe wieder begehbar waren, somit ist der buddhistische Einfluss immer stark gewesen. Allerdings sind die meisten Nepalesen Hindus, obwohl Buddha in Nepal geboren wurde. Das Gemisch von hinduistischen und buddhistischen Tempeln hat mich fasziniert, besonders bei den Tempeln, welche von beiden Religionen benutzt werden. Dort findet man dann Hindugötter, Gebetsmühlen und Buddhastatuen in einem Gebäude. Hindus glauben ohnehin, dass Buddha eine Reinkarnation des Hindugottes Vishnu ist, somit werden Buddhastatuen vielmals auch angebetet.
Das Zentrum Kathmandus ist der Durbar Platz mit seinem alten Königspalast und vielen Tempeln. In einem dieser Tempel wohnt die lebende Göttin Kathmandus, Kumari - ein junges Mädchen, welches als Göttin verehrt wird, bis sie ihre erste Regelblutung hat - dann geht die Suche von vorne los. Was mich überraschte, war das die Mehrheit der nepalesischen Tempel im Pagodenstil erbaut wurde, etwas, dass ich eher mit China verbunden habe. Angeblich ist die Pagode ein nepalesischer "Export" - ein berühmter nepalesischer Architekt besuchte im Mittelalter den chinesischen König und brachte den Pagodenbau mit ins Reich der Mitte (man sagt, das Design sei von der Berglandschaft der Himalayas inspiriert worden). Durbar Plätze findet man auch in den nahegelegenen Städten Patan und Bhaktapur, diese beiden Städte und Kathmandu waren einmal konkurrierende Königreiche, welche sich gegenseitig mit ihren Palästen und Tempeln zu überbieten versuchten. Unser Favorit war Patan, die Tempel dort waren am schönsten, mit tollen Schnitzereien verziert.
Die Woche in Kathmandu ging mit Sightseeing und Essen schnell vorbei. An unserem letzten Tag besuchten wir den heiligen (sehr kleinen) Fluss Kathmandus, eine Verbrennungstelle für Hindus mit einem angrenzenden Tempelbezirk. Anschließend spazierten wir ins tibetische Viertel, zur größten Stupa Nepals. Am nächsten Tag trennten sich unsere Wege - Sylvia und Tilo machten sich auf den Weg zurück nach München, und ich flog nach Delhi.




After trekking and relaxing in Pokhara we took the bus to Kathmandu and checked into a hotel in the tourist district of Thamel. To me it was a bit of paradise when it came to food, there were so many restaurants around that it was difficult choosing what we wanted to eat (Italian? Thai? Mexican? or just a nice steak?) and ended up eating way too much... There was also an abundance of tourist shops around, but as they were all pretty much selling the same I lost interest after a few days (lucky for my bank account). But Kathmandu isn't all about eating and shopping, a short walk from Thamel brought us to the fascinating old town. Even though heavily damaged by an earthquake in the 1930's, there are plenty of old houses with impressively carved wooden balconies , narrow roads, and temples (including one where people go to make offerings when they have a tooth ache). The whole area is very busy, with people out shopping and motorbikes zooming through. A lot of houses were built around courtyards where there are temples and Buddhist stupas, some of them over 700 years old. Kathmandu used to be a major stop on the Indian - Tibetan trade route, many Tibetans spent the winters here before crossing the Himalaya again and so the Buddhist influence has always been strong. However, even though the Buddha was born in Nepal, the majority of the population today is Hindu. The mix of Hindu and Buddhist temples fascinated me, especially at the few temples which are worshipped by both religions - there you find Hindu gods, prayer wheels and Buddha statues all in one place. Actually Hindus believe the Buddha to be a reincarnation of the important god Vishnu, so they worship many Buddha statues anyways. The centre of Kathmandu is it's Durbar Square with it's old royal palace and many temples. One temple houses Kathmandu's living goddess Kumari - a young girl which is worshipped until she has her first period - then they have to search for a new one again. Most temples in Nepal are built in the Pagoda style, to me something unexpected as I always associated pagodas with China. Interestingly the pagoda seems to be Nepal's most successful export - in the middle-ages a famous Nepalese architect went to stay at the Chinese imperial court and brought the pagoda-design with him (believed to have been inspired by the mountainous landscape of the Himalayas). Durbar squares are also found in the nearby cities of Patan and Bhaktapur - they and Kathmandu used to be rivaling kingdoms, each one rich enough to attempt to out-do the others in the design of their temples and palaces. Our favourite was Patan, where the temples are decorated beautifully with fine woodcarving. Our days went by quickly being busy and sightseeing. We spent our last day to visit the tiny holy river of Kathmandu where many Hindus are burned after there death and then went nearby to the Tibetan quarter to see the largest stupa of Nepal. Next day we took off in different directions - Sylvia and Tilo heading back to Munich and myself flying to Delhi, from where I will start my tour of Rajasthan.

Friday, November 16, 2007

Himalaya Trekking

In Pokhara, einem hübschen Touristenort, welcher an einem Bergsee gelegen ist und tolle Blicke in die Berge bietet, traf ich mich mit Sylvia und Tilo. Von dort aus flogen wir 20min nach Norden in die Region Mustang, um unsere acht-tägige Wanderung zu beginnen. Mustang ist ein tibetisches Königreich (gehört aber zu Nepal) und erinnerte mich stark an Ladakh, schon der Landschaft wegen, die auch hier sehr karg ist. Am ersten Tag wanderten wir nach Kagbeni, ein festungsartiges mittelalterliches Dorf, welches früher an der tibetanisch-nepalesischen Salzhandelsroute lag. Es machte Spaß, den Ort mit seinen engen Gassen, Stupas und dem alten Kloster mit freundlichen Mönchen zu erkunden. Mir kam es so vor, als hätte sich hier in den letzten Jahrhunderten gar nicht soviel verändert, außer das heute Touristen 1-2 Nächte in den traditionellen Häusern übernachten.
Kagbeni war der nördlichste Ort, zu dem wir durften, der Rest Mustangs ist nur mit spezieller Genehmigung begehbar ($700). Somit sind wir die Berge hoch nach Osten gelaufen, zum heiligen Pilgerort Muktinath, wo w
ir auf 3700m buddhistische und hinduistische Tempel besuchten. Von hier aus ging es nach Süden, für die nächsten paar Tage liefen wir am Kali Gandaki entlang, einem Fluss, der hier auch die tiefste Schlucht der Erde formt - 6800m tief. Wir kamen durch viele traditionelle Orte, welche früher vom Handel lebten, sich aber heute auf Landwirtschaft und Tourismus umgestellt haben. Etwa 35.000 Wanderer sind letztes Jahr den Annapurna Rundweg oder einen Teil davon (wie wir) gelaufen, somit gibt es viele Häuser, die in Hotels umgewandelt wurden. Zumeist sind sie familienbetrieben und es wird für die Gäste gekocht - nicht etwa nur Reis und Linsen, sondern alles von Lasagne bis hin zu Apfelkuchen. Uns ging es also nicht schlecht, obwohl die Matratzen hart und die Toiletten nur zum hinhocken waren. Auch gab es keine Heizung, außer einem gelegentlichen kleinen Ofen unter dem Tisch, so dass es ganz schön kalt war. Um uns aufzuwärmen, tranken wir hin und wieder einen nepalesischen Apfelbrandy (zumindest war das meine Ausrede, um mal an einen guten Tropfen heranzukommen).
In den ersten paar Tagen unserer Wanderung war das Wetter sehr gemischt, es schneite auch ab und zu, doch nach und nach wurde es besser und so konnten wir die Bergblicke genießen. Immer konnten wir 7000er oder 8000er um uns herum sehen, welche durch ihr ewiges Eis so richtig glitzerten. Südwärts laufend waren wir bald aus dem himalayanischen Regenschatten heraus und die Landschaft wurde merklich grüner, plötzlich liefen wir durch Wald und Terassenfelder. Die Menschen veränderten sich auch, nicht nur sahen sie jetzt anders aus sondern waren auch überwiegend Hindus.
Nach einer Übernachtung in Tatopani, einem kleinen Dorf, wo wir in heißen Quellen badeten, nahmen wir das anstrengendste Stück unserer Wanderung in Angriff - ein 1800m Aufstieg an einem Tag. Mit unseren Rucksäcken hintendrauf waren wir schnell außer Atem und die einheimischen Träger, welche riesige Lasten auf ihrem Rücken schleppten, beeindruckten uns immer mehr. In dieser straßenlosen Region müssen Maultiere und Träger alles selber tragen. Auch viele Touristen bezahlen Träger, so dass diese dann bis zu 3 schwere Rucksäcke auf einmal die Berge hoch und runter schleppen. Ich habe die Vermutung, dass Träger zumeist weniger kosten als Maultiere und sehr arm sind. Manchmal haben sie nur Flip-Flops an, sie müssen also sehr trittsicher in diesem bergigen und steinigen Terrain sein. Nach zehn Stunden bergauf erreichten auch wir unser Ziel und nach einer kurzen Nacht standen wir 5.00 Uhr auf, um den Sonnenaufgang vom Poon Hill aus zu beobachten. Dieser Berg ist einer von Nepals berühmtesten Aussichtspunkten (wenn auch nur zu Fuß zu erreichen, 2000m berghoch aus jeder Richtung) und man hat wirklich einen tollen Ausblick auf wunderschöne Berglandschaften. Von nun an ging es steil bergab und 2 Tage später waren wir wieder in Pokhara, wo wir unsere müden Beine ausruhten, während wir uns über den See rudern ließen.



After meeting my sister and her boyfriend in Pokhara - a tourist resort situated on a mountain lake with beautiful views towards the Annapurna range - we took a 20 min flight north to start our 8-day trekking trip in the region of lower Mustang. Mustang is a Tibetan kingdom (but part of Nepal) and I was reminded a lot of Ladakh, especially landscape-wise as it is very barren. On our first day we walked to Kagbeni, a medieval fortress like town which used to be an important trading post on the Tibetan-Nepalese Salt-trade route. It was a great village to explore, with its narrow roads , many stupas and an old monastery with friendly monks who showed us around. I got the feeling not that much had changed there in the last centuries, apart from tourists spending a night or two in one of the traditional houses. Kagbeni is as far north as we were allowed to go. For upper Mustang, bordering on Tibet, we would have needed a special permit ($700). So we went up the mountains towards the east, to the holy pilgrimage site of Muktinath, at 3700 we visited Hindu and Buddhist temples. From there on we walked south, the first few days along the beautiful Kali Gandaki river which formed the deepest canyon in the world (6800m). We passed through more traditional town which were one prosperous from trade but now seem to live maily from agriculture and tourism. About 35,000 trekkers walked the Annapurna Circuit or part of it (as we did) last year, so there are plenty of houses that have been converted into lodges. Mainly family-run they also cook for tourists, not just lentils and rice but anything from Lasagna to Apple Pie. So we didn't have to rough it, even though mattresses were generally very hard and the toilets were the squatting type. Also there was no heating apart from an occasional small oven under the dining table, so it was very cold. But we tried keeping warm by drinking the local Apple brandy (at least that was my excuse for a bit of booze). The first couple days of the trek the weather had been pretty unpredictable with occasional snow but luckily it started getting better and better so that we enjoyed the mountain views. It's amazing to always see a 7000m or 8000m high mountain wherever you look, sparkling white with eternal ice. Walking south we came out of the Himalayan rain-shadow after a few days and the landscape started becoming much more green, suddenly we were walking through woods and terraced fields. People also changed, not only did they look different but now they were pre-dominantly Hindu. After a nights rest in the small village of Tatopani, where we took a bath in natural hot springs, we tackled the steepest bit of our hike - 1800m upwards in one day. With our backpacks on we were soon huffing and puffing and got increasingly impressed with the local porters who were carrying huge weights on their backs and still passing us. In the absence of roads in this region, mules and porters do all the carrying. A lot of tourists hire a porter for very little money an they will then carry up to 3 huge backpacks up and down the mountains. I have the suspicion that porters are cheaper than mules and most of them are probably very poor. Sometimes they only wear flip-flops, so they must be really sure-footed in this steep and stony terrain. After 10 hours uphill we reached our hotel and after a short night got up at 5 a.m. to enjoy the sunrise at Poon Hill. One of Nepals most famous viewpoints (though only to be reached by climbing up 2000m either way) it really is a great spot with spectacular scenery. From there on it was steeply downhill and 2 days later we were back in Pokhara, resting our tired legs while being rowed across the lake.

Auf Safari in Nepal


Von Indien nach Nepal zu kommen war eigentlich ziemlich einfach, die Busfahrt war allerdings die schlimmste in drei Monaten, denn die Sitze waren nicht gepolstert und die Straße voller Schlaglöcher, wenn sie denn asphaltiert war. Aua. Die Grenze war ohne Probleme zu überqueren, ich verpasste sogar fast, mir mein Visum und Stempel zu holen, da niemand aufpasste, wer so über die Grenze geht. Nach einer Nacht in der Grenzstadt fuhr ich weiter zum Chitwan Nationalpark im Tiefland von Nepal (zum Glück waren die Sitze im Bus dieses Mal weicher, die Straße war nämlich auch nicht viel besser). Die ersten Eindrücke von Nepal waren, dass die Menschen freundlicher als in Indien sind und alles etwas sauberer aussieht - überraschend, denn Nepal ist, zumindestens statistisch gesehen, das ärmere Land. Ich hatte im Park ein Hotel vorgebucht, inklusive Aktivitäten, so war alles ziemlich entspannend, denn ständig wartete schon jemand auf mich, um mir irgendetwas zu zeigen. Ich war von dieser (Über-)Pünktlichkeit ziemlich beeindruckt, bis ich nach einem Tag feststellte, das es zwischen Indien und Nepal einen 15-minütigen (!) Zeitunterschied gibt - deshalb waren sie immer am warten! Auf jeden Fall waren die Aktivitäten gut organisiert, ich bin auf einer Kanutour gewesen, um Vögel und Krokodile zu sehen, machte eine Elefantensafari und einen Waldspaziergang, um Nashörner zu sehen und es wurde sogar eine Tour durchs Dorf organisiert, welche auch interessant war, denn die Menschen leben noch in traditionellen Lehmhäusern und es war gerade Erntezeit. Das Highlight für mich war aber das mittägliche Baden gehen mit den Elefanten. Auf einem Elefanten sitzend von diesem mit dem Rüssel geduscht zu werden war ein unvergessliches Erlebnis und sehr niedlich.


Getting to Nepal from India was fairly straight forward, even though the bus ride was probably the worst in three months as the seats had hardly any padding and the streets were not paved too well. Ouch. The border was easy to pass, so easy in fact that I almost forgot to get my visa and stamp as they don't check who walks into Nepal. After spending the night in the border town I took a bus to Chitwan National Park in the low lands of Nepal (thank god the seats had padding because the road wasn't great either). First impressions of Nepal were that the people are friendlier than in India and it looks a bit cleaner - surprising as at least in economic terms Nepal is by far the poorer country. For the National Park I had booked a hotel inclusive activities, so it was pretty relaxing, there was always somebody waiting for me to take me somewhere. In fact, I was really impressed with their punctuality until I realized after the 1st day that Nepal has a 15 min (!) time difference to India - that's why they had always been waiting for me! Anyways, the activities were well organized and so I went on a boat ride to see birds and crocodiles, on an elephant safari and forest walk to see rhinos and also on a guided tour through the village which was quite interesting, too as everybody lives in traditional mud-built houses and it was harvest season. For me the highlight of the stay was a lunch-time bath together with the elephants - sitting on top of an elephant and being showered by its trunk was an unforgettable experience and so cute!