Tuesday, April 22, 2008

Im schönen Norden

Der Norden von Vietnam ist meiner Meinung nach der hübscheste Teil des Landes. Hanoi ist die grünste Stadt, die ich in Asien bisher gesehen habe. Überall gibt es mit Bäumen gesäumte Straßen und auch viele Parkanlagen. Das Herz von Hanoi ist der Hoan Kiem See, ein kleiner See mit einer Pagode in der Mitte. Vor allem am frühen Morgen und am späten Nachmittag ist dort richtig viel los, denn die Hanoier machen dort ihr Fitnesstraining. Ich muss immer ein klein wenig kichern, wenn ich den alten Leuten beim Hüftkreisen und ihren Stretchübungen zuschaue.
Mein Hotel war in der Altstadt von Hanoi, welche voller Leute ist. Die Straßen sind eng und es gibt viel Verkehr, so dass das Laufen manchmal anstrengend sein kann, zumal die Fußwege meist als Parkplatz für die Motorräder benutzt werden. Aber die alten Häuser sind zum Teil sehr hübsch und entlang einzelner Straßenzüge werden nur bestimmte Sachen verkauft (z.B. Anziehsachen in der einen Straße, Metallwaren in der nächsten usw.) Souvenirläden findet man allerdings überall. Hanoi hat auch eine großes französisches Viertel, denn es war ja einmal die Kolonialhauptstadt Indochinas. Leider wurde viel im Krieg zerstört, aber manche Ecken sehen noch wie Klein-Paris aus, mit Kirche, kleinem Park und französischen Kolonialhäusern. Für Touristen gibt es relativ viel zu tun, die berühmteste Sehenswürdigkeit ist das Ho Chi Minh Mausoleum. Das habe ich allerdings weggelassen, da mich der eingelegte alte Mann nicht so interessierte. Dafür war ich bei einigen Tempeln und im Geschichtsmuseum. Auch musste ich ein paar Sachen erledigen, wie z.B. mein Zugticket nach China kaufen. Der Zug fährt nur zwei Mal die Woche und es stellte sich heraus, dass der mit dem ich fahren wollte, schon ausgebucht war. So hatte ich noch vier extra Tage in Vietnam und beschloss kurzer Hand, diese in den Bergen in Sapa zu verbringen, bekannt auch für die vielen Minderheitsgruppen, welche dort leben.
Es war eine gute Entscheidung, denn die Landschaft um Sapa herum ist sehr schön. Die Berge waren viel höher, als ich erwartet hatte. Sapa ist 1600m hoch gelegen und von dort schaut man auf den höchsten Berg Vietnams, welcher annähernd 3600m hoch ist. Außerdem ist es sehr grün und überall gibt es Reisterrassen. In dieser Gegend tragen die Bergbewohner noch ihre traditionelle Kleidung, obwohl ich denke, dass manche von ihnen das nur den Touristen zu liebe anziehen. Viele von ihnen gehören zur Gruppe der Hmong, welche über große Teile Südostasiens verteilt sind. Ich buchte eine Wanderung mit Übernachtung in einem kleinen Dorf in der Nähe, es ging einen schönen Weg entlang und wir waren auch eine lustige Gruppe. Zum Anfang der Wanderung war ich allerdings etwas genervt, weil etwa 10 Hmong-Frauen uns über eine Stunde lang begleiteten, um uns Souvenirs zu verkaufen und sich nicht so leicht abschütteln liesen. Es war auch nicht nur unsere Gruppe, der es so ging, somit war auf dem Weg ganz schöner Betrieb. Zum Glück wurde es später ruhiger und das Dorf war idyllisch, am Abend konnten wir vor dem Essen sogar in den heißen Quellen relaxen. Das Haus, in dem wir übernachteten, war komfortable wenn auch sehr einfach, aber am nächsten Tag besuchten wir eine Hmong Familie, und die waren wirklich arm. Das Haus hatte nur Erdboden, ein Bett für die ganze Familie und ein offenes Feuer – kein Wunder, das die Leute wie wild versuchen, Souvenirs an Touristen zu verkaufen, um ein Extraeinkommen zu haben. Nach der Wanderung blieb ich noch einen weiteren Tag in Sapa, besuchte den Markt und spazierte zum Nachbardorf, bevor es mit dem Nachtzug zurück nach Hanoi ging. Von dort aus ging es gleich mit einer gebuchten Tour zur Halong Bucht weiter. Das Inklusivpacket war für 3 Tage: eine Nacht in einem Resort auf einer kleinen Insel, eine Nacht auf dem Boot. Es war toll, die Halong Bucht ist sehr beeindruckend und wunderschön, obwohl das Wasser manchmal dank der vielen Boote und Wasserdörfer etwas dreckig ist. Die Tour war sehr gut organisiert, wir hatten viel Zeit zum Entspannen aber auch einige schöne Aktivitäten wie Kajaken, essen und vom Boot aus ins Wasser springen. Auch teilte ich mir Zimmer/ Kabine mit einer sehr netten Deutschen. Am ersten Tag hatten wir viel Glück mit dem Wetter, denn es war sonnig. Am zweiten Tag war es dann ziemlich stürmisch, und kaum waren wir zurück an Bord wurde ich prompt seekrank. Zum Glück war das Wasser in den kleinen Buchten ruhiger, so konnte ich den Rest des Tages und die Nacht auf dem Boot genesen. Am nächsten Morgen kletterten wir zu einem Aussichtspunkt auf einer der fast 1900 kleinen Inseln, besuchten später eine der vielen Tropfsteinhöhlen und schipperten dann zurück zum Hafen, von wo aus es wieder zurück nach Hanoi ging.



The last 10 days I spent time in the North of Vietnam, Vietnam's most beautiful part, I think. Hanoi is the greenest city in all of Asia so far. Everywhere there are tree-lined streets and also quite a few parks. The heart of Hanoi is the Hoan Kiem Lake, a small lake with a pagoda in the middle. It gets very busy at dawn and dusk with people exercising. It always makes me chuckle a little to see all the older people circling their hips and stretching everywhere.... I was staying in Hanoi's Old quarter, which is pretty crammed and the narrow streets get quite busy with traffic, it can be a little exhausting to walk around there as the sidewalks are mainly used a parking space for the motorbikes. But the old houses are quite pretty and certain streets specialize in certain trades (e.g. all cloth shops are on one street, all metal ware shops on another). Tourist shops are everywhere though. Hanoi has a large French Quarter, as it was the capital of Indochina, unfortunately large parts got destroyed during the war. But some pockets feel like Little Paris, with a French church, a little park and French colonial houses built around. In terms of sightseeing there is quite a bit to do. The most famous site is actually the Ho Chi Minh mausoleum - I skipped it though as I didn't feel like seeing the preserved old man. I went to a few temples and the History museum and also did some errands like booking my train to China. As it turned out, the train I wanted was already booked out (it only goes twice a week) so I had 4 extra days in Vietnam. I decided to spent them in the highlands around the town of Sapa, famous for it's colourful hill tribes. It was a great decision as the landscape around Sapa is beautiful. The mountains were a lot higher than expected (Sapa is situated at 1600m, the highest mountain nearby is over 3500m), very green with lots of rice terraces. Also this area is settled by various tribes who still walk around in their beautiful traditional clothes (even though I think some of them only put it on for the many tourists). The group we saw the most were the Hmong who live all over SE Asia. I signed up for a two day trek to a village where we stayed in a homestay, it was a beautiful walk and we were a nice little group. When we started, though, I was a little put of by the very salesy local women who surrounded us and followed us for over an hour. As there were other groups, too who had the same problem the trail became really busy... But later it quieted down a bit and the village was quite peaceful and had beautiful hot springs to relax in before dinner. The house we slept in was pretty comfortable (even though poor by our standards) but the next day we visited a house of a local Hmong family and it was really poor - just a dirt floor, one bed for the whole family and an open fire to cook. I guess no wonder they try like crazy to sell souvenirs to the tourists. After the trek I spent one more day in Sapa, visiting the market and walking to a nearby village before I took the night train back to Hanoi. The next day I joined a tour to Halong Bay, it was for 2 nights: one night at a small resort island and one night on a junk boat. It was great, Halong Bay is absolutely stunning and even though the water can be a bit dirty sometimes (thanks to all the boats and water settlements) it is beautiful. The tour was extremely well organized, we had a lot of time to chill out and enjoy but also some fun activities like kayaking, eating or diving off the boat. Also I shared my room/ cabin with a very nice German girl, so we had a good time. The first day we got very lucky with the weather, as it was nice and sunny, the second day was very overcast and windy - back on the boat it took only about 10 min to get me seasick (well, it doesn't take much). Luckily once we got into the smaller bays the water was calm again, so I enjoyed the rest of the day and night. The next morning we stopped on one of the nearly 1900 islands to walk to the top for a beautiful view of the bay and later went to visit one of the many caves in the area before sailing back to the harbour and returning to Hanoi.

Monday, April 14, 2008

Strand, wieder Strand und viele schicke Sachen

Von Saigon aus fuhren Eileen und ich mit einem Schlafbus nach Nha Trang, Vietnams größte Strandstadt. Der Schlafbus war ein Erlebnis, denn es gab Betten zum hinlegen. Die waren allerdings sehr schmal und zu kurz, so schliefen wir dann doch nicht besonders gut. Außerdem hatte der Fahrer einen Fahrstil, welcher nicht zum Einschlafen betrug - ständig wurde gehupt und auch die Bremse wurde immer wieder gut genutzt. Aber das wichtigste war, dass wir gut ankamen, und da wir einen faulen Strandtag vor uns hatten, machte uns der Schlafmangel nicht wirklich viel aus. In meinem Reiseführer wurde Nha Trang wie das Mallorca von Vietnam dargestellt, mit Partys und Alkohol rund um die Uhr. Zum Glück war es aber viel ruhiger als erwartet, mit einem schönen breiten Strand, vielen Liegestühlen zum mieten und einer Strandpromenade. Nha Trang ist ein bisschen ein Schlaraffenland, man muss eigentlich nie von seiner Strandliege aufstehen. Kaum denkt man an etwas, dass man gerne hätte (ein bisschen Obst, etwas zu trinken…), kommt schon jemand, der es verkauft, natürlich zu etwas überhöhten Preisen. Das einzige Problem bei der Sache war, dass die Verkäufer auch kamen, wenn wir nicht gerade an etwas dachten - man braucht also etwas Geduld und ein bisschen Humor. Am Nachmittag zieht es auch viele Einheimische an den Strand, für ein kleines Bad oder um einfach auf den Bänken zu sitzen und die Brise zu genießen. Unser Hotel war in einer weniger touristischen Gegend und am Abend fanden wir ein gutes Restaurant, einen Barbecue-Garten. Wir waren schon in einem ähnlichen Lokal in Saigon und fanden es sehr lecker. Man bestellt einfach sein Fleisch und dann wird es eingelegt serviert, zusammen mit einem kleinen Grill für den Tisch, auf dem man dann alles selber zubereitet. Es schmeckt wirklich gut und macht Spaß, wenn es auch eine etwas schwitzige Angelegenheit ist. Wir versuchten alles so wie die Vietnamesen zu machen, sogar beim Umdrehen des Fleisches benutzten wir Stäbchen. Das einzige, wozu wir uns nicht bringen konnten, war den Müll auf den Fussboden zu werfen, wie die Vietnamesen um uns herum... An unserem 2. Tag in Nha Trang besuchten wir die alten Cham Tempel, Hindutempel aus dem 10. Jahrhundert. Die Cham waren Zeitgenossen der Khmer und herrschten über Südvietnam. Obwohl die Tempel nicht annähernd so beeindruckend waren wie die in Angkor, fand ich es doch faszinieren zu sehen, welchen weiten Einfluss indische Kultur zu dieser Zeit hatte. Unser Spaziergang zu den Tempeln war nett, denn der Weg führte an dem kleinen Fischerhafen vorbei, wo die Fischer fleißig dabei waren, Calamaris und andere (unidentifizierbare) Sachen zu trocknen.
Am Abend fuhren wir, wieder mit einem Schlafbus, nach Hoi An, Vietnams touristischster Stadt. Hoi An ist eine alte Handelsstadt, von chinesischen und japanischen Händlern erbaut. Heute steht die Altstadt unter dem Schutz der UNESCO und ist wirklich hübsch. Wir besuchten einige der alten Gebäude, unter anderem einen chinesischen Familientempel. Hoi An hat auch einen wunderbaren weißen Strand in der Nähe, den wir einfach mit dem Fahrrad erreichten und wo wir uns gut erholten. Die Hauptaktivität der meisten Touristen besteht allerdings im Einkaufen, vor allem von maßgeschneiderten Anziehsachen, die über Nacht zu billigen Preisen genäht werden. Auch wir verfielen in einen Einkaufsrausch, nur gut, dass es zu heiß war, um über die schönen Wintermäntel nachzudenken. Aber auch so kam genug zusammen, es wurde schon fast stressig, die Anproben und Abholungen zu koordinieren und zum Schluss musste ich schon wieder ein Paket nach Hause schicken. Hoi An war Eileens letzter Ort, bevor sie schon wieder nach Hause musste, so war ich also wieder alleine.
Weiter ging es nach Hue. Für mich ist es ein bisschen das Dresden von Vietnam. Die Könige errichteten hier Paläste und Mausoleen, jedoch wurde sehr viel zuerst von einem großen Feuer, später durch Kriegsbomben zerstört. Heute ist man allerdings daran, vieles zu restaurieren, vor allem im ehemaligen Königspalast. Wie so viele Dinge in Vietnam wurde auch die Architektur des Palastes sehr von der chinesischen Architektur und Kultur beeinflusst, der Palast ist der Verbotenen Stadt in Peking nachempfunden. An meinem 2. Tag in Hue machte ich eine Motorradtour durch die Umgebung mit, ich saß hinten und mein Führer fuhr. Es war ein schöner Ausflug, obwohl es wie erwartet ein paar haarige Momente auf der Straße gab. Wir besuchten unter anderem ein Kloster und ein königliches Mausoleum. Am Abend nahm ich wieder mal Platz im Schlafbus und fuhr nach Hanoi.




From Saigon me and Eileen took a sleeper bus to get to Nha Trang, Vietnam's biggest beach town. The sleeper bus was quite an adventure, there were actually beds to lie down. Even though more comfortable than a normal bus, it was not like a real bed - they were too narrow and short and the driving style of the bus did not really help (lots and lots of honking and he wasn't shy about using those breaks). But we made it and with a lazy day on the beach ahead of us we didn't mind too much about the lost sleep. Reading my travel guide I had expected Nha Trang to be something like the Mallorca of Vietnam, with parties & booze everywhere, all the time. Luckily it didn't live up to it, I thought it was quite pleasant, with a wide beach, lots of sun loungers for rent for the day and a nice beach promenade. Also it's made for really lazy people - as soon as you think of something you would like (e.g. some fresh fruit or a drink) somebody is there to sell it to you (to inflated prices, though). The only thing is they are also there when you don't think of it... so a bit of patience and good humour is needed. In the afternoon all the locals go to the beach as well and enjoy a swim or just sit around on a bench. Our hotel was in the less touristy part of town and in the evening we found a wonderful local restaurant, a barbecue garden. We had been to something similar in Saigon already and really enjoyed it. Basically you order your meat and then they bring a grill for your table and marinated meat and you do it yourself. It's very good food and lots of fun, even though a bit hot. We tried to blend in as good as we could, even attempting to use sticks to turn the meat. The one thing we could not bring ourselves to was to throw all the rubbish on the floor like the Vietnamese did... On our 2nd day in Nha Trang we visited the ancient Cham towers, some old Hindu temples from the 10th century. The Cham were contemporaries of the Khmer in Cambodia and ruled over most of South Vietnam during that time. Even though the temples were not nearly as impressive as the ones in Angkor, it was still interesting to see how far Indian influence reached during this time. We had a nice walk to visit the temples, along the small harbour where fishermen were drying squid and other (unidentifiable) things. In the evening we took another sleeper bus to Hoi An, probably Vietnam's most touristy town. Hoi An is an old trading town, built by Chinese and Japanese merchants. It's now a UNESCO protected town and quite pretty to stroll around. We visited some old buildings including a Chinese family chapel and some temples. Hoi An also has a wonderful white sand beach nearby which we reached by bicycle and found to be pretty and relaxing. But the main past-time for tourists has to be shopping - there are dozens (maybe hundreds) of tailors there which will tailor a suit or anything else overnight for not much money. We went a bit shopping crazy (it got almost a bit stressful to arrange all the try-on sessions and pick-ups), luckily it was too hot to start thinking about the beautiful winter coats they were making everywhere. But even though, I bought enough to send yet another package home. Hoi An was Eileen's last stop before going back home, so I was on my own again. Next stop was Hue. To me it's a bit the Dresden of Vietnam. Formerly it was the Royal City, the Nguyen emperors had built fancy palaces and tombs in and around Hue, but a lot of it got destroyed in a fire and later by bombing during the war. Nowadays, though, there is a lot of construction going on, especially on the former palace grounds. Like a lot of things in Vietnam, the palace design was heavily influenced by Chinese architecture and believes and actually resembled once the forbidden city in Beijing. Now they are restoring a lot and some of the building already look very well kept again. On my 2nd day in Hue I signed up for a half-day motorcycle tour, it was me on the back with my guide driving. It was a nice half day (even though a few scary moments on the bike), we visited some of the sites around Hue including a monastery and the royal tombs. In the evening I got on yet another night bus to get to Hanoi, where I'm at the moment exploring this pretty city.