Monday, April 14, 2008

Strand, wieder Strand und viele schicke Sachen

Von Saigon aus fuhren Eileen und ich mit einem Schlafbus nach Nha Trang, Vietnams größte Strandstadt. Der Schlafbus war ein Erlebnis, denn es gab Betten zum hinlegen. Die waren allerdings sehr schmal und zu kurz, so schliefen wir dann doch nicht besonders gut. Außerdem hatte der Fahrer einen Fahrstil, welcher nicht zum Einschlafen betrug - ständig wurde gehupt und auch die Bremse wurde immer wieder gut genutzt. Aber das wichtigste war, dass wir gut ankamen, und da wir einen faulen Strandtag vor uns hatten, machte uns der Schlafmangel nicht wirklich viel aus. In meinem Reiseführer wurde Nha Trang wie das Mallorca von Vietnam dargestellt, mit Partys und Alkohol rund um die Uhr. Zum Glück war es aber viel ruhiger als erwartet, mit einem schönen breiten Strand, vielen Liegestühlen zum mieten und einer Strandpromenade. Nha Trang ist ein bisschen ein Schlaraffenland, man muss eigentlich nie von seiner Strandliege aufstehen. Kaum denkt man an etwas, dass man gerne hätte (ein bisschen Obst, etwas zu trinken…), kommt schon jemand, der es verkauft, natürlich zu etwas überhöhten Preisen. Das einzige Problem bei der Sache war, dass die Verkäufer auch kamen, wenn wir nicht gerade an etwas dachten - man braucht also etwas Geduld und ein bisschen Humor. Am Nachmittag zieht es auch viele Einheimische an den Strand, für ein kleines Bad oder um einfach auf den Bänken zu sitzen und die Brise zu genießen. Unser Hotel war in einer weniger touristischen Gegend und am Abend fanden wir ein gutes Restaurant, einen Barbecue-Garten. Wir waren schon in einem ähnlichen Lokal in Saigon und fanden es sehr lecker. Man bestellt einfach sein Fleisch und dann wird es eingelegt serviert, zusammen mit einem kleinen Grill für den Tisch, auf dem man dann alles selber zubereitet. Es schmeckt wirklich gut und macht Spaß, wenn es auch eine etwas schwitzige Angelegenheit ist. Wir versuchten alles so wie die Vietnamesen zu machen, sogar beim Umdrehen des Fleisches benutzten wir Stäbchen. Das einzige, wozu wir uns nicht bringen konnten, war den Müll auf den Fussboden zu werfen, wie die Vietnamesen um uns herum... An unserem 2. Tag in Nha Trang besuchten wir die alten Cham Tempel, Hindutempel aus dem 10. Jahrhundert. Die Cham waren Zeitgenossen der Khmer und herrschten über Südvietnam. Obwohl die Tempel nicht annähernd so beeindruckend waren wie die in Angkor, fand ich es doch faszinieren zu sehen, welchen weiten Einfluss indische Kultur zu dieser Zeit hatte. Unser Spaziergang zu den Tempeln war nett, denn der Weg führte an dem kleinen Fischerhafen vorbei, wo die Fischer fleißig dabei waren, Calamaris und andere (unidentifizierbare) Sachen zu trocknen.
Am Abend fuhren wir, wieder mit einem Schlafbus, nach Hoi An, Vietnams touristischster Stadt. Hoi An ist eine alte Handelsstadt, von chinesischen und japanischen Händlern erbaut. Heute steht die Altstadt unter dem Schutz der UNESCO und ist wirklich hübsch. Wir besuchten einige der alten Gebäude, unter anderem einen chinesischen Familientempel. Hoi An hat auch einen wunderbaren weißen Strand in der Nähe, den wir einfach mit dem Fahrrad erreichten und wo wir uns gut erholten. Die Hauptaktivität der meisten Touristen besteht allerdings im Einkaufen, vor allem von maßgeschneiderten Anziehsachen, die über Nacht zu billigen Preisen genäht werden. Auch wir verfielen in einen Einkaufsrausch, nur gut, dass es zu heiß war, um über die schönen Wintermäntel nachzudenken. Aber auch so kam genug zusammen, es wurde schon fast stressig, die Anproben und Abholungen zu koordinieren und zum Schluss musste ich schon wieder ein Paket nach Hause schicken. Hoi An war Eileens letzter Ort, bevor sie schon wieder nach Hause musste, so war ich also wieder alleine.
Weiter ging es nach Hue. Für mich ist es ein bisschen das Dresden von Vietnam. Die Könige errichteten hier Paläste und Mausoleen, jedoch wurde sehr viel zuerst von einem großen Feuer, später durch Kriegsbomben zerstört. Heute ist man allerdings daran, vieles zu restaurieren, vor allem im ehemaligen Königspalast. Wie so viele Dinge in Vietnam wurde auch die Architektur des Palastes sehr von der chinesischen Architektur und Kultur beeinflusst, der Palast ist der Verbotenen Stadt in Peking nachempfunden. An meinem 2. Tag in Hue machte ich eine Motorradtour durch die Umgebung mit, ich saß hinten und mein Führer fuhr. Es war ein schöner Ausflug, obwohl es wie erwartet ein paar haarige Momente auf der Straße gab. Wir besuchten unter anderem ein Kloster und ein königliches Mausoleum. Am Abend nahm ich wieder mal Platz im Schlafbus und fuhr nach Hanoi.




From Saigon me and Eileen took a sleeper bus to get to Nha Trang, Vietnam's biggest beach town. The sleeper bus was quite an adventure, there were actually beds to lie down. Even though more comfortable than a normal bus, it was not like a real bed - they were too narrow and short and the driving style of the bus did not really help (lots and lots of honking and he wasn't shy about using those breaks). But we made it and with a lazy day on the beach ahead of us we didn't mind too much about the lost sleep. Reading my travel guide I had expected Nha Trang to be something like the Mallorca of Vietnam, with parties & booze everywhere, all the time. Luckily it didn't live up to it, I thought it was quite pleasant, with a wide beach, lots of sun loungers for rent for the day and a nice beach promenade. Also it's made for really lazy people - as soon as you think of something you would like (e.g. some fresh fruit or a drink) somebody is there to sell it to you (to inflated prices, though). The only thing is they are also there when you don't think of it... so a bit of patience and good humour is needed. In the afternoon all the locals go to the beach as well and enjoy a swim or just sit around on a bench. Our hotel was in the less touristy part of town and in the evening we found a wonderful local restaurant, a barbecue garden. We had been to something similar in Saigon already and really enjoyed it. Basically you order your meat and then they bring a grill for your table and marinated meat and you do it yourself. It's very good food and lots of fun, even though a bit hot. We tried to blend in as good as we could, even attempting to use sticks to turn the meat. The one thing we could not bring ourselves to was to throw all the rubbish on the floor like the Vietnamese did... On our 2nd day in Nha Trang we visited the ancient Cham towers, some old Hindu temples from the 10th century. The Cham were contemporaries of the Khmer in Cambodia and ruled over most of South Vietnam during that time. Even though the temples were not nearly as impressive as the ones in Angkor, it was still interesting to see how far Indian influence reached during this time. We had a nice walk to visit the temples, along the small harbour where fishermen were drying squid and other (unidentifiable) things. In the evening we took another sleeper bus to Hoi An, probably Vietnam's most touristy town. Hoi An is an old trading town, built by Chinese and Japanese merchants. It's now a UNESCO protected town and quite pretty to stroll around. We visited some old buildings including a Chinese family chapel and some temples. Hoi An also has a wonderful white sand beach nearby which we reached by bicycle and found to be pretty and relaxing. But the main past-time for tourists has to be shopping - there are dozens (maybe hundreds) of tailors there which will tailor a suit or anything else overnight for not much money. We went a bit shopping crazy (it got almost a bit stressful to arrange all the try-on sessions and pick-ups), luckily it was too hot to start thinking about the beautiful winter coats they were making everywhere. But even though, I bought enough to send yet another package home. Hoi An was Eileen's last stop before going back home, so I was on my own again. Next stop was Hue. To me it's a bit the Dresden of Vietnam. Formerly it was the Royal City, the Nguyen emperors had built fancy palaces and tombs in and around Hue, but a lot of it got destroyed in a fire and later by bombing during the war. Nowadays, though, there is a lot of construction going on, especially on the former palace grounds. Like a lot of things in Vietnam, the palace design was heavily influenced by Chinese architecture and believes and actually resembled once the forbidden city in Beijing. Now they are restoring a lot and some of the building already look very well kept again. On my 2nd day in Hue I signed up for a half-day motorcycle tour, it was me on the back with my guide driving. It was a nice half day (even though a few scary moments on the bike), we visited some of the sites around Hue including a monastery and the royal tombs. In the evening I got on yet another night bus to get to Hanoi, where I'm at the moment exploring this pretty city.

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