Fünf Tage verbrachte ich in Varanasi, der heiligen Stadt am Ganges, wo man Erleuchtung finden kann und die Leute zum Sterben herkommen. Hindus glauben, dass wenn sie hier sterben und ihre Asche in den Ganges gestreut wird, sie den Kreis der Wiedergeburt durchbrechen können und Nirwana erreichen - eine gute Aussicht für viele.Ich fand die Altstadt faszinierend und erkundete sie in mehreren Streifzügen durch die engen Gassen oder entlang des Ganges. Seit langem konnte ich wieder einmal herum laufen, ohne ständig Abgase einzuatmen. Die Gassen waren nämlich für Autos und Autorikschas zu eng. Gedränge gab es aber trotzdem: Fahrräder und Motorräder, Kinder, Pilger, Ziegen und Kühe, Bettler, Lastenträger, Leichenprozessionen und viele Hunde zwängten sich durch die Straßen. Leider war es auch hier, wie in anderen indischen Städten, sehr dreckig; Abfall und Kuhfladen hinderten mich daran, zu unbekümmert herumzuschlendern, und die Gerüche waren zum Teil übel. In den Läden wird alles verkauft, von Seide über die komplette Pilger-Opfergabenausstattung (z.B. Blumen, Puffreis, Kokosnuss) hin zu Eimern und alten Nähmaschinen.
Der Ganges mit seinen Ghats ist natürlich die Hauptattraktion - heilig mag er sein, aber er ist verdreckt. An einem Morgen machten wir in einem kleinen Fischerboot einen Ausflug entlang der Ghats und konnten so die Unmengen von Badenden vom Fluss aus beobachten (angeblich ist ein Flußbad reinigend für Seele und Körper, aber ich fragte mich, ob viele Leute von dem verschmutzten Wasser krank werden). Wir fuhren auch am Kremationsghat vorbei, wo öffentlich die Leichen verbrannt werden, für mich ein etwas unbehaglicher Anblick. Bei Spaziergängen am Fluss entlang gab es viel zu beobachten: Waschmänner, die Kleidung auf Steine klopfen um sie zu reinigen, und Jungen, die Wasserbüffel waschen oder nur einfach im Wasser planschen. Am frühen Morgen und Abend finden am Hauptghat Zeremonien statt, Brahmanen singen und schwenken Gefäße mit Weihrauch, die Leute klatschen rhythmisch und Musik spielt. Dazwischen wimmelte es mit Kindern, die Postkarten verkauften, Frauen, die Blumen und Kerzen als Opfergaben für den Fluss anboten und Bettler, die ihre Hände ausstreckten. Es war einfach, die anderen Touristen zu vergessen, aber die vielen Schilder für Hotels und Restaurants erinnerten mich schnell wieder daran. Ich muss gestehen, dass ich hier, in der indischsten Stadt Indiens, zum typischen Backpacker geworden bin: auf den Speisekarten widmete ich Currys und Reis nur einen kurzen Blick um mich dann zwischen Spagetti und Lasagne zu entscheiden.
Außerdem gab es eine echt deutsche Bäckerei, die russischen Zupfkuchen im Angebot hatte - gefährlich. Leute, die dahin mitkommen wollten, waren einfach zu finden, denn in meinem Hotel hatte ich viele nette Leute kennengerlernt, mit denen es sich schön schwatzen lies. Überhaupt war ich mit meiner Hotelwahl sehr zufrieden. Von meinem Zimmer aus hatte ich einen wunderbaren Blick auf den Fluss und die aufgehende Sonne (um 5.45 Uhr) und von der Dachterrasse konnte man alle Nachbardächer überschauen. Vor allem am späten Nachmittag spielte sich das Leben hier oben ab: Drachen wurden steigen gelassen, Kinder rannten herum, Frauen waren am Fladenbrot backen, die Ziegen meckerten (ja, auf dem Dach!), gezüchtete Tauben wurden in Kreisen fliegen gelassen, auf einem Dach wurde sogar Cricket gespielt und auf mehreren anderen waren die Männer immer wieder damit beschäftigt, Affen zu verjagen. Die waren hier nämlich auch wieder zahlreich vertreten, zum Teil in großen Gruppen mit Kindern und lustig zu beobachten. Man konnte wirklich Stunden mit zuschauen verbringen während die Sonne unterging - dank der starken Luftverschmutzung im glühendsten rot wie ich es selten gesehen habe. Since 5 days I have been in Varanasi, holy city on the Ganges where one can find enlightenment and people come to die. Hindus believe that if they die here and their ashes are thrown into the river, they can break the cycle of re-birth and reach Nirvana - seems to be a good prospect to them. I think the old city is fascinating and have enjoyed exploring it the last few days. For the first time in an Indian city I am able to walk around without having to breath in all the fumes from cars or autorikshaws. It's still crowded, though: cycles and motorbikes, children, pilgrims, goats and cows, porters, beggars, funeral processions and many dogs still push themselves through. Unfortunately, like most Indian cities it's also dirty, rubbish and cow shit prevent me from strolling carelessly and smells can sometimes be disgusting. In the shops everything is on sale, from silk to everything a pilgrim needs for offerings (e.g. flowers, rice crispis and coconut), from pots to ancient sewing machines. The Ganges with its Ghats is of course the main attraction - holy it may be but dirty it is. On one of the mornings we hired a little fishing boat to take us along the ghats and to get a river view of all those bathing in this polluted water (it's supposed to be cleansing but I wonder if it makes people sick instead). We also paddled past the burning ghat, the public cremation ground - for me a bit strange to see. Later I went for a walk along the ghats and saw that it's also used by laundry men who beat clothes on stones and boys who wash water buffaloes or simply play in the water. In the early mornings and evenings ceremonies take place on the main ghat. Brahmins sing, swing pots with burning incense, people clap and music plays and in between children sell postcards, women flowers and candles to offer to the river and beggars hold out their hands. It's easy to forget about the other tourists but all the signs for hotels and restaurant remind me quickly. I must admit that here, in this very Indian city, I have turned into a typical backpacker: on the menus I briefly glance at curries and rice to then make decisions between spaghetti or lasagna. Also there is a real German bakery which sells my favourite cake - dangerous. But very social, at my hotel I met lots of nice people who it's fun talking to. My hotel was a good choice, from my window I have Ganges view and can see the sunrise (at 5.45!). From the rooftop cafe there is a great view across all the other rooftops, especially in the later afternoon people live up here. Kites are being flown, children run around, women bake chapatis, goats are noisy (yes, they are on the roof!), tamed pigeons fly conducted in circles, on one roof their is a cricket game being played and on many others men are busy trying to chase away the monkeys. They are again very numerous, often with children and its amusing to watch them. I could spent hours just observing everything while the sun goes down - thanks to the air pollution in the brightest red I have seen. Soon it's out of the cities and back to the mountains, this time to have some tea in Darjeeling.
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