Friday, September 28, 2007

Gräber, Ruinen und Tempel

Von Jaipur ging es nach Agra, wo ich die nächsten drei Tage verbrachte. Der Hauptgrund um dort hinzufahren war natürlich das Taj Mahal, doch vorher schaute ich mir ein paar andere Sachen an. Zur Zeit der Mogule (die islamischen Könige, die Indien seit dem 16. Jh. regierten) war Agra eine der wichtigsten Städte in Indien. Etwa 1h von der Stadt entfernt gelegen besuchte ich Fathepur Sikri, die Hauptstadt König Akbar. Die Stadt und vor allem der Palast wurden im 16. Jh. in großem Pomp erbaut, jedoch schon nach wenigen Jahre wegen Wassermangels wieder verlassen, so dass Fathepur Sikri heute eher ein großes Dorf ist. Außer den gut erhaltenen Ruinen des Palastes gibt es eine große Moschee, welche nach dem Vorbild der berühmten Moschee in Mekka erbaut wurde. Sie ist heute eine Pilgerstätte, weil einer der größten Sufi-Heiligen hier begraben liegt und somit sehr aktiv. Das war interessant für mich, da ich zuvor noch nie in einer Moschee war und dass erste Mal Gebete und Rituale live beobachten konnte. Zurück in Agra schaute ich mir dann Akbars Mausoleum an, wieder ein Vorgänger des Taj Mahals, ziemlich groß und mit einem angeschlossenen Park, wo sogar Rehe frei herumliefen. Es war Akbars Enkel, welcher das Taj Mahal als Grabstätte für seine Lieblingsfrau bauen lies. Ich besuchte das Taj am frühen Morgen und war beeindruckt. Nicht grundlos ist es so berühmt. Das Taj Mahal ist ein wunderschönes Gebäude, ganz aus Marmor gebaut und mit sich änderndem Licht ändert sich die Farbe des Gebäudes, von Rosa zu strahlendem Weiß.
Ich war froh, Agra hinter mir zu lassen, denn es war wirklich zu heiß und außerdem keine schöne Stadt. Ich fuhr mit dem Zug etwas weiter südlich, zu einem kleinen Dorf namens Orcha. Dort gab es wieder Palastruinen zu besichtigen, aber in einem ganz anderen Stil. Zwischen Bäumen und Feldern gelegen sind einige der nicht so interessanten Ruinen bewohnt und alles erinnerte mich etwas an das Dschungelbuch, es gab auch genug Affen, die in den Ruinen herumturnten. Im Gegensatz zu Agra waren nur sehr wenige Touristen in Orcha und so war es ein guter Ort, um etwas vom Dorfleben mitzubekommen. Den ersten Abend war Ganescha-Fest (der Gott mit dem Elefantenkopf), es wurde mit Prozessionen zum Fluss gefeiert (manche zu Fuß, andere auf LKWs). Den nächsten Abend besiegte Indien bei der Cricket Weltmeisterschaft Pakistan, wieder Grund zum feiern, dieses Mal fuhren LKWs mit Lautsprechern vorbei, die laute Musik spielten, auch gab es viele Freudenschüsse.
Als nächstes ging es weiter zu einem anderen kleinen Ort, Khajuraho. Dort stehen Tempel aus dem 10-12 Jh. die zum Weltkulturerbe gehören. Von Touristen werden sie oft als Kamasutra-Tempel bezeichnet, weil es viele explizite erotische Abbildungen gibt (manche auch etwas eklig, ich sage nur es hat ein Pferd einbezogen). Diese Skulpturen sind aber eigentlich nur eine Minderheit, die meisten zeigen Götter oder Alltagsszenen, wie z.B. badende Frauen, Musiker, Elefantenkämpfe, in den Krieg ziehende Soldaten. Mir hat es sehr gut gefallen, auch weil die Umgebung ein schöner Park mit vielen Blumen und Schmetterlingen ist. Das war sehr entspannend, denn der kleine Ort Khajuraho bestand vor allem aus Hotel und Läden und da es noch Nebensaison war und somit nur sehr wenige Touristen dort waren, konzentrierten sich einige der Verkäufer voll auf mich und gingen mir dann doch etwas auf die Nerven.


I spent three days in Agra, the main sight is obviously the Taj Mahal but I spent a few days also seeing a few other sights. Agra was the main city for the most important Moghul rulers (the islamic kings who governed most of north India from the 16th century onwards) and I went to see Fathepur Sikri, the capital King Akbar (the founder of the dynasty) built for himself but abandond a few years later. Apart from the well-preserved ruines of the palace there is a Mosque which is very much alive with pilgrims and people coming to pray - very interesting as I had never been inside a mosque before. I also went to see Akbar's Mausoleum, another pre-Taj building, quite big with a park and lots of deer around. Akbar's grandson built the Taj Mahal when his favourite wife died. I went to see it early in the morning and it's definetly famous for a reason - it's a beautiful building all made out of marble which sparkles in the sun. The next day I was happy to leave Agra as it was really hot and also not a nice city at all. I went a bit further south to a small village called Orcha, where there are also some ruined palaces but a very different style this time. Set amidst trees and fields and some of the less important ruines inhabited by families it has a bit of "Dsungelbook feeling", there were even monkeys jumping around. Also much less touristy it was a nice change and it was a good place to observe village life a bit. The first evening there was Ganesha festival(that's the elephant-headed Hindu - God) celebrated with processions down to the river (some on foot, some on trucks). Next evening India won the cricket worldcup against Pakistan - party time again this time with trucks driving around with loudspeakers playing bollywood music and also gun salutes here and there.Then it was on to another little town called Khajuharo, it's a world heritage site because of some 10 - 12th century temples famous for their beautiful sculptures. A lot of travellers call it the Kamasutra temples as it has some quite explicit sexual images(some of them a bit gross actually, I will only say it involved a horse) but it's actually just a small percentage of all the carvings. Most depict the gods and everyday scenes like women bathing, musicians,elephant fights, soldiers going to war etc. I really enjoyed it, last but not least because the surrounding area has been turned into a park with lots of flowers and bushes and butterflys. It was pretty relaxing as the little town of Khajuraho consists mainly of shops and hotels and as we are still out of season the sales pitches are really getting on my nerves, they simply don't stop. But today it's on to Varanasi and who knows, thinking back I might remember Khajuharo as a quaint little village.

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