Aus den kühlen Bergen kam ich nach einer acht-stündigen Reise in einem sehr vollen Bus in Amritsar an. Dort steht der Goldene Tempel der Sikhs, ein Heiligtum zu dem Pilger aus dem ganzen Land anreisen. Ich und eine Russin beschlossen, es wie die Sikhs zu machen und in der Gurudwara, der Pilgerunterkunft, zu übernachten. Es war sehr billig (nur eine Spende) und interessant, jedoch sehr spartanisch, heiß und nicht allzu sauber (als ich eine Maus über unser nicht besonders sauberes Bett laufen sah, bekam ich doch meine Zweifel). Außerdem schliefen etwa 20 Leute direkt vor unserer Tür - indische Pilger, die kein Zimmer mehr abbekommen hatten oder einfach bevorzugten, im kühleren Innenhof zu schlafen. So war es mit dem auf die Toilette gehen gar nicht einfach, denn wir mussten jedesmal vorsichtig über die Menschen drübersteigen, die aber zum Glück ganz freundlich waren. Das Gute an der Sache war, dass wir gleich neben dem Tempel übernachteten und es am nächsten Morgen nicht weit hatten. Wir standen in der Dämmerung auf und waren sofort von der Schönheit des Tempels und der Stimmung im Gelände beeindruckt. Nachdem wir am Eingang unsere Füße waschen und die Köpfe bedecken mussten, konnten wir frei herumlaufen. Überall konnte man die mystische Gebetsmusik hören und wir setzten uns eine ganze Weile hin um die Leute zu beobachten. Es waren viele Sikhs in traditioneller Kleidung da, mit Turban, langem Bart und Schwert, sie sahen zwar etwas gefährlich aus, waren aber freundlich. Später waren wir dann im Speisesaal umsonst (wie alle anderen) essen. Dort saßen alle gemeinsam auf dem Fussboden und es wurden Brot, Linsen, Gemüsecurry und sogar eine Süßspeise ausgeteilt. Sehr lecker... Für die Sikhs ist dieses gemeinsame Essen ein wichtiger Bestandteil ihrer Religion, denn damit wird gezeigt, dass es keine Kastenbeschränkungen gibt (anders als bei den traditionellen Hindus, da können nämlich nicht alle gemeinsam essen). Am Abend desselben Tages fuhren wir an die Indisch-Pakistanische Grenze zur abendlichen Schließungszeremonie: viele Menschen tanzen und jubilieren auf beiden Seiten, darauf folgte ein superschnelles vorbeimarschieren der Soldaten, die Flagge wurde runtergezogen und das war's dann. Ganz amüsant, aber leider regnete es so stark, dass ich mehr mit meinem Regenschirm als mit dem Geschehen beschäftigt war.
Von Amritsar aus ging es zurück nach Delhi, wo ich einige Tage mit Sightseeing verbrachte. Ich schaute mir Museen an und machte eine Stadtrundfahrt mit, mit der wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Delhis besuchten. Am besten gefiel mir Humayuns Grabmal, welches ein Vorgängerbau des Taj Mahals ist. Jetzt freute ich mich schon auf das Taj! Delhi gefiel mir besser als erwartet. Neu-Delhi wurde erst 1920/1930 gebaut und hat viele breite Boulevards und Bäume; es ist also recht grün. Als schön kann man es jedoch nicht bezeichnen, dafür ist zu viel Verkehr und Dreck. Es sind auch wahnsinnig viele Leute überall (kein Wunder, die Stadt war für 700,000 Einwohner konzipiert, jetzt wohnen 10 Millionen dort). Als Tourist braucht man viel Geduld, denn jeder, der einen anspricht, will irgendetwas verkaufen und die wenigsten Verkäufer sind dabei ehrlich. So wurde mir z. B. Hilfe angeboten, die offizielle Stadtinformation zu finden, gutgläubig ging ich mit und landete in einem privaten Reisebüro. Aber ich lernte schnell dazu und konnte bald gut ignorieren. Ich bekam dann zwar einige Male zu hören "Du magst wohl keine Inder?", aber so funktionierte es trotzdem am besten.
In Jaipur, meinem nächsten Stopp, war es dasselbe. Jaipur ist die Hauptstadt Rajasthans und mit 3 Millionen Einwohnern recht groß, aber die Altstadt kann man gut zu Fuß erkunden. Im 18. Jh. erbaut, ist alles recht geplant, die Blöcke sind im Rastersystem und die Häuser alle pink verputzt. Damals muss viel Platz gewesen sein, doch heutzutage ist wahnsinnig viel Verkehr. Aber man sieht auch noch Kamele! Mir hat es Spaß gemacht, durch die alten Bazare zu schlendern, wo es alles von Textilien über Haushaltswaren und Gewürze gibt. Ich schaute mir den Stadtpalast an, in dem der Maharaja jetzt noch wohnt und am nächsten Tag auch den alten Palast, welcher nun verlassen ist. Dort war es etwas ruhiger und mit grünen Hügeln in der Umgebung, eine schöne Abwechslung nach dem ganzen Stadtlärm.From the cool mountains an 8hr bus journey took me down to Amritsar (on a local bus, very squeezed...), sight of the Golden Tempel (and not much else). Me and a Russian girl decided to do it like the Sikhs and stay at the Gurudwara, the Pilgrims Guest House. It was very cheap (donation only) and interesting but very basic, hot and not that clean (after I saw a mouse run over the bed I started doubting my choice). Also there were about 20 people sleeping right in front of our room, so going to the toilet was slightly diffiult as we had to climb over them. Anyways, they were friendly enough and it was an interesting experience, very near the temple, too. The next morning we got up early to have a look at the temple, and it really is amazing. After washing my feet at the entrance and covering my head we took a look around, everywhere in the complex they play devotional music and so it was a great place to sit and relax and watch people. There were lots of tradional Sikhs with turban, long beards and swords, they looked a bit scary but people were pretty nice in general. We also went to get our free meal in the communal dining hall. Everybody sits on the floor and they serve you bread, lentils, veggie curry and even dessert! Not bad at all... it seems this meal is pretty important to Sikh religion as it shows there are no caste restrictions and everybody can eat in the presence of any other person (unlike traditional Hindu's). In the evening the same day we went to see the border ceremony at the India- Pakistan border: basically lots of dancing and cheering on both sides, some speed marching military guys, flags down and off everybody goes back home. Unfortunately it was raining like mad so I was more focused on holding my umbrella to not get soaked completely than watching the show. Next day I went on to Dalhi where I spent 5 nights and went sightseeing. I went to a few museums and on a bus tour of the major sights, my absolute favourite was Humayun's tomb which pre-dates the Taj Mahal about 80 years and looks similar. I am really looking forward to see the Taj Mahal now. Delhi by itself was actually nicer than I thought New Delhi was built in the 1920s/30s only with lots of boulevards and quite green as well but even though it's still not great as very busy with lots of traffic etc. Also you need a lot of patience as anyone who starts talking to you wants to sell something and they are not very honest, e.g. someone said he would help me find the tourist office to book the bus tour only for me to end up in a private travel agency. I' ve been learning quickly, though and can be very ignorant now of anyone. A favourite line if you don't react to them seems to be "What is your problem with Indians?" But still, the silent treatment seems to work best. It's been the same in Jaipur, where I went next. It's the capital of Rajasthan but the old city is manageable on foot. It's a planned town from the 18th century build in a grid system and all houses painted pink. It must have been very spacious back then but now there is lots of traffic everywhere. You still see the occasional camels though! I enjoyed walking through the bazaars where they sell anyhing from clothes to pots to spices. Iwent to see the city palace where they Maharaja still lives and also to the old palace outside the city, that was quite nice as more quiet and surrounded by green hills. I have now arrived in Agra and will soon go and see the famous Taj Mahal.
No comments:
Post a Comment