Sunday, August 19, 2007

An der alten Seidenstraße

Eine Woche verbrachte ich in Leh in Ladakh, nahe der tibetischen Grenze. Leh war früher ein wichtiger Stop an der Seidenstraße und bei Streifzügen durch den alten Bazar, konnte ich mir das noch richtig vorstellen, denn mancherorts hatte ich den EIndruck, das die Zeit stehen geblieben war. Die Stadt auf 3500, liegt im Industal und ist von kahlen Bergen umgeben. Es war jedoch überraschend grün, wie eine Oase – nur keine Palmen sondern Weiden und Pappeln. Die Menschen in Ladakh sind denen in Tibet sehr ähnlich – sie sehen so aus und sind auch Buddhisten, aber anders als in Tibet können sie ihre Religion frei leben. So gibt es auch viele Klöster in der Umgebung von Leh und oft sah ich Mönche in ihren roten Gewändern. Besonders viele waren es wohl in der Woche, in der ich mich in Leh aufhielt, denn der Dalai Lama war zu Besuch um öffentlich Reden vor seinen ladakhischen Anhängern zu halten. Einen Tag mischte ich mich unter die tausende von Ladakhis um mir das Spektakel anzuschauen. Alle Menschen waren in ihren besten Kleidern gekommen, was sehr schön anzusehen war. Außerdem sah ich den Dalai Lama (zwar von sehr weit weg) und hörte etwas von seiner Rede in Englisch übersetzt. An den anderen Tagen erkundete ich Leh zu Fuß und lief zu einigen Aussichtspunkten und dem in Ruinen liegenden uralten Königspalast. Leh war auch ein guter Ort, um einfach etwas faul zu sein und andere Reisende zu treffen, es gab unheimlich viele Restaurants und Cafés – nett um in einem der Gartencafes ein Buch im Schatten zu lesen. Das Hotel, in dem ich wohnte, war das Beste bis zu diesem Zeitpunkt meiner Reise. Es lag etwas außerhalb des Zentrums in einem Ortsteil, welcher vor nicht allzu langer Zeit einmal ein Dorf war. Wenn ich von der Hauptstraße abbog, war ich schnell zwischen Gerstenfeldern, und da Erntesaison war, sah man oft Leute in den Feldern arbeiten. Von meinem Zimmer aus hatte ich eine wunderschöne Sicht auf schneeweise Berge und über den zum Haus gehörenden Garten – jeden Nachmittag ernteten die Mutter und Tochter ein paar Blumenkohl und Kohlköpfe, die dann abends als Curry oder Momos (tibetische gefüllte Knödel) aufgetischt wurden, zusammen mit frischem Pfefferminztee. Zum Frühstück gab es frisches Brot mit Butter und leckere selbstgemachter Aprikosenmarmelade. Ich lernte auch ein nettes deutsches Paar kennen und zusammen unternahmen wir einen Tagesausflug zum Pangong Tso – einem riesigen Bergsee, der die Grenze zu Tibet bildet. Die Landschaft ist einzigartig – kahle Berge in verschiedenen Farben, manche mit Gletschern bedeckt und dann der tiefblaue See – das alles 4000 m hoch.


I have now spent one week in Leh, in Ladakh near the Tibetan border. Leh used to be on the Silk Route and when I walk down through the old bazaar I can still picture it (some parts look like nothing has changed since the old days). Surrounded by bare mountains and 3500m high Leh is situated in the Indus Valley and it’s fairly green, a little bit like an oasis but not Palm trees but willows… The Ladakhi people are very similar to Tibetans – they look like it and also are Buddhists but unlike in Tibet they can practice their religion freely. There are many monasteries around Leh and you see a lot of monks walking with their red robes, especially this last week since the Dalai Lama was in town to give talks to the public. I went one day as well and it was quite interesting as there were thousands of people, in their best suits – very nice to see and also I saw the Dalai Lama from far away and got a bit of his speech translated into English. Otherwise I have been walking around Leh, to some of the viewpoints and the ruined ancient palace. Also it’s been a good place to just hang out and meet other travelers, there are loads of café’s and restaurants – nice just to read a book in one of the garden café’s. The guesthouse I am staying in is great, definitely the nicest place so far. It’s a little outside the center in a part that used to be a village – when I start walking away from the main street I am amidst barely fields and since it is harvest season you can sometimes see people working in the fields. From my room I have an incredible view to the snow-capped mountains and over the garden – every afternoon the mother and daughter of the family start harvesting a few cauliflowers and cabbages for dinner, which is served in the evening (either in form of curry or momo’s – Tibetan dumplings) together with fresh mint tea. For breakfast it’s freshly baked bread with butter and local Apricot marmalade – yummy! I have met a very nice German couple in my guesthouse and we went on a day trip to a mountain lake called Panglong Tso – it’s the border to Tibet and the landscape is incredible – desert mountains in all colors, some with glaciers on top and then this deep blue lake – all at an altitude of 4000m. Tomorrow I will go on a trek to some local villages for 4 days, we will stay at family homes on the way – looking forward already.


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